Fassadensanierung
Dauerbaustelle Aegidiimarkt

Münster -

Drei Jahre sind für die Fassadensanierung am Aegdiimarkt eingeplant. Rund 800.000 Euro sind für die Maßnahme veranschlagt worden. Im ersten Zuge aber hat sich bereits herausgestellt, dass die Schäden an der Wetterseite weitaus größer sind.

Mittwoch, 07.06.2017, 12:42 Uhr aktualisiert: 07.06.2017, 14:02 Uhr
Der Aegidiimarkt wurde im Jahr 1979 offiziell eröffnet. Jetzt wird die Fassade des Komplexes saniert. Ein Teil der Arbeiten an der Aaseite ist beendet, lose Ziegel wurden ersetzt.
Der Aegidiimarkt wurde im Jahr 1979 offiziell eröffnet. Jetzt wird die Fassade des Komplexes saniert. Ein Teil der Arbeiten an der Aaseite ist beendet, lose Ziegel wurden ersetzt. Foto: Oliver Werner

Der Aegidiimarkt könnte sich zu einer Dauerbaustelle entwickeln. „Die Schäden an der Fassade sind größer als erwartet“, sagt Klaus Kötterheinrich von der Westfälischen Bauindustrie (WBI) in Münster, die den Komplex zwischen Aegdii­straße und Rothenburg verwaltet und selbst zu den rund 60 Eigentümern zählt. Dazu gehören zahlreiche Geschäfte und Büros.

Drei Jahre sind für die Arbeiten veranschlagt

Rund 800.000 Euro sind nach Angaben von Kötterheinrich für die Sanierung der Fassadenfläche veranschlagt worden. Diese Summe, so befürchtet ein Eigentümer, soll bereits auf rund zwei Millionen Euro angestiegen sein. Drei Jahre sind für die Arbeiten veranschlagt.

Klaus Kötterheinrich möchte sich zu Zahlen und Sanierungszeiten nicht äußern. Der WBI-Chef betont, „dass für eine komplette Erneuerung der Fassade des Einkaufszentrums eine Zustimmung aller Eigentümer vorliegen muss“. Dabei spielten die Kosten eine Rolle, aber für eine neue Fassade wäre auch die Durchführung eines Architektenwettbewerbs notwendig. Stadt und Gestaltungsbeirat spielten eine Rolle. Außerdem hätte eine neue Fassade zur Folge gehabt, so der WBI-Chef, dass Teile der Immobilie nicht bewohnt werden könnten. „Ein einstimmiger Beschluss ist zu erreichen“, sagt Kötterheinrich.

Mit einem Mehrheitsbeschluss wurde darum von den Eigentümern die Sanierung der Fassade aus dem Jahre 1979 auf den Weg gebracht, nachdem ein Gutachter den Gebäudekomplex per Hubwagen unter die Lupe genommen hatte. Immerhin soll die Fassade eine Größenordnung von 8000 bis 10 000 Quadratmeter haben.

Rund 45.000 Euro soll dieses Gutachten gekostet haben, heißt es. Überprüft wurde vor allem die Standfestigkeit der sogenannten Fassade. Dabei handelt es sich nach Angaben der WBI um vorgehängte Betonplatten, auf die Fliesen eingelegt worden seien. Der Gutachter habe den Untergrund geprüft und festgestellt, so Kötterheinrich, dass sich Fliesen bereits lösten.

Rund ein Zehntel der Fassade vor allem an der Wetterseite zur Aa ist seit Oktober überarbeitet worden. Die ausgebesserten Flächen gleichen optisch aber eher einem Flickenteppich.

Schäden an der Aaseite größer als erwartet

Die Fliesen, die 1979 im Aegdiimarkt angebracht worden sind, können heute in ihrer Größe und Farbe nicht mehr geliefert werden. „Die Firma gibt es nicht mehr“, sagt der Verwalter. Fakt sei, dass die Schäden an der Aaseite auch größer als erwartet seien. Die WBI gehört seit dem Jahr 2009 zu den Eigentümern der Immobilie und hat rund 4000 Quadratmeter an die Stadt vermietet. „Der Stadt gehören nur noch die öffentlichen Toiletten.“

Die Fassade des Aegdiimarktes soll auch bei der Skulpturenausstellung in Höhe des Café Extrablattes eine Rolle spielen. Denn dort soll über dem Café eine Installation aus Marl angeschraubt werden, erklärt Kötterheinrich. Dafür gebe es momentan noch Abstimmungen. Statiker und Gutachter prüfen, ob die Fassade die Kunst trägt.

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