Handel und Gastronomie stellen sich auf die Skulpturenausstellung ein
Die Münsteraner können „Kuhnst“

Münster -

Die Gastronomie möchte die Skulpturenausstellung auf der Zunge zergehen lassen. Die Hotelbetriebe verspüren zahlreiche Buchungen von Kunstfreunden. Der Handel überrascht die Kundschaft mit Ideen rund um den Ausstellungssommer.

Freitag, 09.06.2017, 13:00 Uhr
Eine Kuh steht im Mittelpunkt einer Kunstaktion im Mövenpick-Hotel, zu der Marketingchefin Duygu Saltik auffordert.
Eine Kuh steht im Mittelpunkt einer Kunstaktion im Mövenpick-Hotel, zu der Marketingchefin Duygu Saltik auffordert. Foto: gh

Der Countdown für die Skulptur-Projekte in Münster läuft. Zum Kunstspaß wollen auch der Handel und die Gastronomie beitragen. Hotels freuen sich über Reservierungen von Gästen, die die Ausstellung besuchen. Die Kunst soll aber auch auf der Zunge zergehen. Innenstadtlokale wie der Große Kiepenkerl melden an manchen Tagen schon jetzt einen großen Andrang, wie er sonst vor allem in der Vorweihnachtszeit herrscht, sagt Wilma von Westphalen vom Traditionslokal am Spiekerhof.

Touristen finden während der Ausstellung in Münster viele Mitbringsel, die sie als Erinnerung an die Skulptur 2017 mitnehmen können. Alle zehn Jahre hat sich die Kaufmannschaft entsprechend auf die Mega-Ausstellung vorbereitet.

Souvenirs: Regenponchos im Design der Aaseekugeln

„Wir sind aber schon ein bisschen aufgeregt“, sagt Ulrike Edelbruch von den Münster-Souvenirs an der Heinrich-Brüning-Straße, die zum ersten Mal bei dem Kunstsommer dabei sein werden. Mindestens 50 verschiedene Artikel sind im Schaufenster ausgestellt und haben irgendwie mit der Kunstausstellung zu tun. Ob Sitzhocker, Sonnenschirme, Frühstücksbrettchen, Kugelschreiber oder Liegestühle – das Sortiment ist umfassend. „Wir wissen ja nicht, was auf uns zukommt“, sagt die Shop-Leiterin. Selbst auf Regentage sind die Souvenirspezialisten mit bunten Aaseekugeln vorbereitet, in denen Regenponchos stecken. Seit 2016 beschäftigt sich das Souvenir-Team mit der Kunstausstellung.

In der Butterhandlung Holstein haben Klaus Friedrich und Tochter Judith Helmrich die Idee des Picknick-Rucksackes mit entsprechendem Inhalt wieder neu aufgelegt. Bereits vor zehn Jahren waren Ausstellungsbesucher mit dem Rucksack gut unterwegs.

Nicht alles ist verkäuflich

Katja Pflüger vom Luftschloss an der Rothenburg hat ihre Schaufenster akribisch auf das Skulpturenthema eingeschworen. Die Designerin zeigt beispielsweise eine Kuh, die mit mehr als 1000 Knöpfen bestückt wurde und eine ganz eigene Skulptur darstellt. Das Plakat der ersten Skulptur­ausstellung 1977 ist schon jetzt bei Kunden stark nachgefragt. „Aber unverkäuflich“, sagt Katja Pflüger, die den Schatz gehütet hat. Ob Münster-Stühle, Lesezwerge oder die Freiheitsstatue Miss Liberty am Aasee – die Kauffrau möchte zeigen, dass in diesem Sommer die Welt zu Gast in Münster sein wird.

Gäste werden auch in einer Giebel-Bar im Modehaus Schnitzler empfangen. Über drei Monate eröffnet die Fläche einen Blick auf die Rückseite der Prinzipalmarktgiebel.

Mövenpick-Hotels werben weltweit für die Skulpturen-Projekte

Rund 10 000 Flyer werben augenblicklich in 21 Häusern der Mövenpick-Hotelkette weltweit für die Skulpturenausstellung in Münster, sagt Marketingchefin Duygu Saltik. Innerhalb von einer Woche verzeichnete das Hotel am Aasee bereits mehr als 50 Reservierungen für ein Skulpturen-Arrangement. Die Gäste im Haus können aber auch an Kunstwerken knabbern, die die Küche in Anlehnungen an frühere Skulpturen kreiert. Die Aaseekugeln von Claes Oldenburg beispielsweise versprechen einen süßen Nachgeschmack, in einer Chill-Out-Area können sich die Gäste von ihren Kunstrundgängen erholen.

Im Foyer treffen Hotelbesucher nun eine Kuh

Das Mövenpick-Team sei sich schnell einig gewesen, erzählt Duygu Saltik, dass es selbst etwas Kreatives zur Ausstellung beisteuern wolle. Fahrräder und Möwen seien schnell verworfen worden, eine Kuh schwebte ihnen als Objekt vor.

Jetzt steht tatsächlich eine lebensgroße Kuh aus der Schweiz vor der Tür des Mövenpicks am Aasee. Die Kunst darf von den Gästen gegen eine Spende beschriftet und bemalt werden. Der Erlös geht an die Kinderkrebsstation des Uniklinikums in Münster.

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