Spektakuläre Fassadenmalerei
Münster wird zur Weltbaustelle

Münster -

An einer Fassade des Hauses Nr. 142 an der Friedrich-Ebert-Straße wird in den kommenden fünf Wochen ein zehn Meter hohes Wandbild entstehen. Die Kunstaktion gehört zum landesweiten Projekt „Weltbaustellen“.

Dienstag, 13.06.2017, 09:00 Uhr aktualisiert: 13.06.2017, 09:06 Uhr
Ein haushohes Wandbild an der Fassade Friedrich-Ebert-Straße 142 (hier ein Foto vom Entwurf) wollen ab Mittwoch die chilenische Künstlerin Jocelyn „Anis“ Aracena und Jorge Hidalgo (Münster) realisieren.
Ein haushohes Wandbild an der Fassade Friedrich-Ebert-Straße 142 (hier ein Foto vom Entwurf) wollen ab Mittwoch die chilenische Künstlerin Jocelyn „Anis“ Aracena und Jorge Hidalgo (Münster) realisieren. Foto: Helmut Etzkorn

Das Gesicht der Frau, es soll die Mutter Erde darstellen, wirkt sehr traurig. Sie schaut auf ein Meer, verschmutzt mit Plastikmüll. In einer Luftblase spielt ein kleiner Junge in Südamerika mit einem Reifen, den er an einer Halde gefunden hat. Eine Szenerie, die nachdenklich machen soll und in den kommenden fünf Wochen zehn Meter hoch und sechs Meter breit an der Fassade des Hauses Nr. 142 an der Friedrich-Ebert-Straße entstehen wird.

Weltbaustellen NRW

Das Wandbild unter dem Slogan „Entwicklungspolitik trifft Kunst“ ist Teil der landesweiten Kampagne „Weltbaustellen NRW“. In insgesamt 17 Städten des Landes sollen die akuten Welt-Entwicklungsziele ins Bewusstsein der Bevölkerung gerufen werden. „Entwicklung ist nicht länger eine Aufgabe für arme Länder, sondern wird mit ihren Zielen zu einer weltweiten Notwendigkeit“, meint Simone Lenz vom „Eine Welt Netz NRW“.

Im Mittelpunkt der großformatigen Darstellungen sollen Nachhaltigkeitsziele aufgegriffen und zur Diskussion gestellt werden. Lenz: „Es geht uns um Bildung, Geschlechtergerechtigkeit, einen fairen Welthandel und die negativen Auswirkungen von Konsum und Verschwendung auf Mensch, Tier und Umwelt.“

Auch für das Quartier wird das überdimensionale Kunstwerk eine Bereicherung sein

Ruben Enxing, Geschäftsführer des Mitorganisators Vamos e.V.

Realisiert wird das Wandbild ab Mitte dieser Woche durch die chilenische Künstlerin Jocelyn „Anis“ Aracena und Jorge Hidalgo (Münster). Verwendet werden nur Aryl- und Abtönfarben auf Wasserbasis. Das Haus gehört der LEG, die Wandbemalung soll mindestens fünf Jahre am Objekt bleiben. „Auch für das Quartier wird das überdimensionale Kunstwerk eine Bereicherung sein“, schätzt Ruben Enxing, Geschäftsführer des Mitorganisators Vamos e.V.

Zuschauer sind herzlich willkommen

Schon während der Erstellung des Bildes sind Besucher willkommen, die Künstler werden den Sinn und Zweck ihres Schaffens erläutern. „Kommunikation ist ein wichtiger Bestandteil des Malprojektes“, so Lenz.

Zeitgleich mit der Arbeit an der Fassade veranstaltet die Volkshochschule noch bis zum 7. Juli in ihrem Forum am Aegidiimarkt eine Ausstellung mit bereits realisierten Bildern der Weltbaustellen-Kampagne. Es gibt dazu Workshops zu den UN-Nachhaltigkeitszielen und dem fairen Handel. In Vortragsveranstaltungen wird beispielsweise das Thema „Plastikfrei Einkaufen, gar nicht kompliziert!“ aufgegriffen. Am 8. Juli soll dann das Wandbild um 16 Uhr der Öffentlichkeit vor Ort präsentiert werden.

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