Atelierspeicher II lädt während der Skulptur-Projekte zum „Showroom 4.1“
Kunst auf beiden Seiten des Fensters

Münster -

Der Blick ist einzigartig. Nach drinnen. Und nach draußen.

Donnerstag, 15.06.2017, 07:57 Uhr aktualisiert: 16.06.2017, 10:54 Uhr
Künstler aus dem Atelierspeicher zeigen in der vierten Etage nicht nur ihre Arbeiten. Ein Team junger Kunsthistoriker steht ständig bereit, den Besuchern Kunst und Künstler zu erläutern.
Künstler aus dem Atelierspeicher zeigen in der vierten Etage nicht nur ihre Arbeiten. Ein Team junger Kunsthistoriker steht ständig bereit, den Besuchern Kunst und Künstler zu erläutern. Foto: Gerhard H. Kock

Der Blick ist einzigartig. Nach drinnen. Und nach draußen. Von der vierten Etage des Atelierspeichers lässt sich das Skulptur-Projekt von Ayşe Erkmen am Hafen mit seinen durchs flache Wasser über den unsichtbaren Steg watenden Menschen aus perfekter Perspektive betrachten. Ist dies ein Fenster zur Kunst nach draußen, hängen im Raum „4.1“ gleich 17 „Fenster“ in die Ateliers des Speichers.

Von den 32 Künstlern des alten Gemäuers beteiligt sich gut die Hälfte an der Ausstellung, die parallel zu den Skulptur-Projekten 2017 läuft. Bereits vor zehn Jahren gab es den „Showroom“. Damals seien mehrere tausend Besucher gekommen, erinnert sich Fotograf Thomas Wrede. Erfolg verpflichtet und motiviert, daher sind diesmal mehr Künstler von der Partie, und es gibt ein Gesamtkonzept.

An einer Wand ist in Petersburger Hängung jeweils ein Werk der beteiligten Künstler zu sehen (nicht größer als 0,4 Quadratmeter). Die gegenüberliegende Wand darf jeweils einer der Künstler eine Woche lang alleine bespielen. Zudem ist aus einem Team junger Kunsthistoriker ein Vertreter zugegen, der den Besuchern als Kunst-Vermittler zur Verfügung steht. Alle zwei Wochen gibt es einen „Artist Talk“, also eine Gelegenheit, mit dem Künstler ins Gespräch zu kommen. Die Termine werden auf der Homepage veröffentlicht. Das erste Gespräch bestreitet am 23. Juni „Modulorbeat“. Marc Günnewig und Jan Kampshoff arbeiten seit Neustem im Atelierspeicher.

Aber auch ohne leibhaftige Hilfe kommt der Besucher zurecht. Die Designer Dominik Kolm und Marie Monecke haben für den „Showroom“ ein einfaches, aber kreatives „Katalog“-Konzept entwickelt. In einem Regal findet der Besucher zu jedem Bild eine Blattsammlung mit ungewöhnlicher Ringbindung, die Person und Arbeit vorstellt.

Der „Showroom 4.1“ versteht sich sowohl als Lounge als auch als Anlaufstelle, um den Besuchern der Skulptur-Projekte einen Eindruck zu vermitteln, was an zeitgenössischer Kunst in Münster auch innerhalb der Dekade los ist. Zu sehen sind Arbeiten von Fotografen wie Thomas Wrede oder Moritz Hagedorn, von Malern wie Jana Brüggenolte, Susanne Koheil, Sandra Pulina, Günter Wintgens, Franka Boltz, Till Julian Huss, Franziska Klötzler und Gan Erdene Tsend, Installationen, Skulpturen oder Architekturen von Jan Enste, Suna Kim, Il Jong Park (Ille), Tassilo Sturm, Nadia Pereira Benavente, Samuel Treindl oder Jan Kampshoff (modulorbeat).

Wer ohnehin im Atelierspeicher ist, kann sich dann auch gleich die Ausstellung in der Kunsthalle Münster (Wu Tsang) und der Galerie Mike Karstens mit Arbeiten der Kabakovs, von Sigmar Polke, Gerhard Richter oder Kiki Smith ansehen.

Zum Thema

Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 15 bis 19 Uhr. Termine und Führungen: showroom@speicher2.de oder unter ' 01 62 / 358 21 95.  | showroom.speicher2.de

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4928686?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker