Abschied von St. Lamberti
Seine Heimat ist am Altar

Münster -

Pfarrer Dr. Ludger Winner hat zehn Jahre die Gemeinde St. Lamberti geleitet. Jetzt wird er emeritiert. Sein Abschied wird am 25. Juni in St. Lamberti eingeläutet.

Donnerstag, 15.06.2017, 15:00 Uhr
Dr. Ludger Winner, leitender Pfarrer von St. Lamberti, wird am 25. Juni verabschiedet. Er hat die „Treuhandstiftung St. Lamberti“ auf den Weg gebracht und bittet zugunsten dieser Stiftung von persönlichen Geschenken abzusehen.
Dr. Ludger Winner, leitender Pfarrer von St. Lamberti, wird am 25. Juni verabschiedet. Er hat die „Treuhandstiftung St. Lamberti“ auf den Weg gebracht und bittet zugunsten dieser Stiftung von persönlichen Geschenken abzusehen. Foto: Oliver Werner

Stadtbekannt ist dieser Kirchherr von der Kirchherrngasse. Als Priester erkenntlich gekleidet, radelt er durch Münster. Ab und zu wird er mitleidsvoll auf sein verrostetes Lenkrad angesprochen. „Das ist mein Francesco-Mobil“, sagt Dr. Ludger Winner augenzwinkernd in Anlehnung an die Bescheidenheit des Papstes.

Zehn Jahre hat er St. Lamberti gesteuert. Eine Gemeinde mit 6500 Katholiken, die aus St. Ludgeri, St. Aegidii, St. Martini und St. Servatii durch Fusion zu einer Gemeinde verschmolzen ist. Aus der Kraft seines tiefen Glaubens heraus hat er unzählige Menschen auf Augenhöhe begleitet. Stets im Bewusstsein: „Jeder Mensch ist ein Abbild Gottes.“ Jetzt wird seine Emeritierung eingeläutet. Der leitende Pfarrer von St. Lamberti zieht sich zurück, wohnt demnächst im Geistviertel.

Seelsorge und Sitzungen, Posten und Positionen, Bibelkreis für Studierende, Beichtvater, Begleiter, Planer Kümmerer – er hat alles gemeistert. Fusionserfahren übernahm er St. Lamberti. Zuvor war er Pfarrer von St. Ludgeri, bevor St. Aegidii am 31. Juni 2000 dazukam. Es war die erste Kirchenfusion in Münster.

Zehn ausgefüllte Jahre

„Mit Respekt und Freude habe ich verfolgt, wie in den Gremien die Gemeinden zusammengewachsen sind. St. Lamberti hat mir Freude gemacht. Ich war sinnvoll ausgelastet“, blickt der 74-Jährige zurück, der bis 2016 auch Akademikerseelsorger des Bistums war. Pastoralplan, Archiv, Homepage mit jährlich 150 000 Zugriffen, die weltweite Verantwortung für Menschen in Not bei den Projekten der Gemeinde, das Gebet des Monats, das er einführte, der Kirchenführer, den er aus Sicht von Flüchtlingen und Kirchenfernen verfasste – die zehn Jahre waren mehr als ausgefüllt.

Gebürtig kommt der Geistliche aus Neuenkirchen in Südoldenburg. Er war der Jüngste in dem katholisch geprägten Elternhaus nach seiner Schwester Julia, die ihm den Haushalt führt, und seinem Bruder Karl-Heinz. Der Vater war Kaufmann, unterhielt einen Lebensmittelladen und war Filialleiter der Sparkasse Oldenburg. Dr. Johannes Pohlschneider, ein Onkel von Winner, war Bischof in Aachen und zuvor Generalvikar in Münster, ein Großneffe firmiert unter dem Namen „Bonn Camillo“ in Bad Godesberg.

Schon als Kind fasziniert

Von Kindesbeinen an hatte er eine besondere Wertschätzung für die Liturgie der Messfeier, damals noch in lateinischer Sprache. Kurz vor dem Abitur wollte er Naturwissenschaften studieren. Doch ihn faszinierte der Weg von Edith Stein, Heilige und Märtyrerin. „Mit der Gnade Gottes kannst du Priester werden“, spürte Winner, der in Münster und München studierte und in Paderborn bei Prof. D. Bernhard Fraling in Moraltheologie promovierte. Im Dom zu Münster empfing er von Weihbischof Heinrich Baaken die Priesterweihe.

„Unwahrscheinlich beflügelt“ habe ihn seine Kaplanstelle in St. Stephanus, erzählt Ludger Winner, der damals mit Pfarrer Heinz Löker und dessen Schwester Thea im Pfarrhaus in der Aaseestadt wohnte.

In St. Lamberti, wo die Musik einen hohen Stellenwert hat, habe er sich sehr wohl gefühlt. Überaus dankbar ist er den rund 400 Ehrenamtlichen. Winner liebt klassische Musik und geht gerne in Südtirol wandern. Seine Lieblingsorte in Münster sind St. Ludgeri und St. Lamberti. „Meine Heimat ist überall dort, wo ich am Altar stehe.“

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Am 25. Juni (Sonntag) wird Pfarrer Winner verabschiedet. Um 11.15 Uhr ist Eucharistiefeier in ­St. Lamberti, danach Empfang im Café Colibri, Stadtbücherei.

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