Autobrandserie
Autobrandstifter wieder vor Gericht

Münster -

Ein bereits verurteilter Mitangeklagter im spektakulären Autobrand-Prozess steht jetzt wieder vor dem Kadi. Er soll mehr Brände gelegt haben, als bislang bekannt war. Seine Freundin ist ebenfalls angeklagt, weil sie vor Gericht gelogen haben soll.

Freitag, 16.06.2017, 17:55 Uhr
Die Autobrandserie sorgte 2013 in Münster für Angst und Schrecken. Im Bild ein Einsatz an der Tibusstraße.
Die Autobrandserie sorgte 2013 in Münster für Angst und Schrecken. Im Bild ein Einsatz an der Tibusstraße. Foto: hpe

Für Angst und Schrecken sorgte zwischen März und November 2013 eine Autobrandserie in der Innenstadt, rund 50 Fahrzeuge gingen damals in Flammen auf. In vier Tiefgaragen wurde Feuer gelegt. Der damals schon verurteilte Mittäter und seine Freundin stehen erneut vor Gericht. Sie sind offenbar stärker in die Brandserie verwickelt, als zunächst angenommen.

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Duo legte mindestens sieben Brände

Der 2014 als Hauptbeschuldigter entlarvte Samer S., bekannt als selbst ernannter „König von Gievenbeck“, wurde im November 2014 nach 40 Verhandlungstagen und der Anhörung von 230 Zeugen wegen schwerer Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt. Er sitzt seine Strafe aktuell ab und kann deshalb auch nicht abgeschoben werden.

Der heute 35-jährige Begleiter des Feuerteufels wurde bereits wegen Brandstiftung, Sachbeschädigung und gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neuen Monaten verurteilt. Damals konnten ihm aber nur zwei Brandstiftungen nachgewiesen werden, weil seine heute 21-jährige Freundin vor Gericht offenbar gelogen hatte. Für die Staatsanwaltschaft steht inzwischen fest, dass der 35-Jährige gemeinsam mit der Frau in mindestens sieben Fällen Fahrzeuge in Brand gesteckt haben soll.

21-jährige Freundin ebenfalls verurteilt

Der Frau wird ferner vorgeworfen, beim Prozess im November 2014 eine weitere Zeugen zu einer Falschaussage angestiftet zu haben. Deshalb soll sie auch wegen versuchter Strafvereitelung belangt werden.

Die 21-Jährige wurde bereits im November 2014 vor der Jugendschöffengericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weil sie gestanden hatte, einen Autobrand kurz nach der Festnahme ihres Freundes gelegt zu haben. Sie wollte so den Verdacht der Brandserie auf andere lenken.

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