Do., 22.06.2017

Personalproblem im Jobcenter Münster Keine einfache Lösung in Sicht

 

42 Stellen im Jobcenter sind derzeit nicht besetzt. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Münsters Jobcenter hat ein Personalproblem. Von insgesamt 323 Stellen sind aktuell 42 nicht besetzt. Das führte am Mittwochabend zu einer lebhaften Diskussion im Sozialausschuss, zumal CDU und Grüne in einem Ratsantrag die Stadtverwaltung aufgefordert hatten, Abhilfe zu schaffen.

Von Klaus Baumeister

Personalamtsleiter Michael Willamowski schickte in seiner Stellungnahme vorweg, dass viele Jobcenter in der Republik mit ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hätten.

Zwölf Quereinsteiger

Konkret ist die Stadt Münster laut Willamowski dabei, zwölf Quereinsteiger für die Arbeit im Jobcenter auszubilden und für Routinearbeiten acht Unterstützungskräfte einzustellen – freilich alle erst einmal befristet.

Ob es nicht besser sei, den Kandidaten sofort einen unbefristeten Job anzubieten, wurde der Personalchef gefragt. Der verwies sogleich auf die Folgen: Im Durchschnitt bleibe ein unbefristet eingestellter Mitarbeiter 30 Jahre. „So gesehen entscheiden wir mit jeder Neueinstellung über eine Million Euro Kosten.“

Klagen über Arbeitsbedingungen

Im weiteren Verlauf der Beratung stellte sich heraus, dass es viele Klagen über die Arbeitsbedingungen im Jobcenter gibt. Vor diesem Hintergrund ergeben die geplanten Neueinstellungen nur dann einen Sinn, wenn sich die Neulinge nicht gleich wieder wegbewerben.

Der Leiter des Jobcenters, Ralf Bierstedt, berichtete davon, dass sich inzwischen auch langjährige Mitarbeiter mit Abwanderungsgedanken trügen, was natürlich doppelt nachteilig wäre. Zum einen wäre wieder eine Stelle unbesetzt, zum anderen ginge Erfahrungswissen verloren.

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Mitarbeiter handeln nicht immer souverän

Bierstedt bestätigte auch, dass es im Umgang mit den Kunden, in der Regel Hartz-IV-Empfänger, auch schon mal Auseinandersetzungen geben würde, die für alle belastend seien und die das Jobcenter auch angreifbar machen würden: „Nicht in allen Fällen reagieren die Mitarbeiter souverän auf Probleme.“

Dass Personalgewinnung unter diesen Umständen kein Zuckerschlecken ist, daran ließ auch der Leiter des Personalamtes keinen Zweifel: „Wenn es das Ziel aller jungen Menschen wäre, ihre beruflichen Karrierepläne in einem Jobcenter umzusetzen, dann hätten wir keine Probleme.“



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