Polizeipräsident geht auf die Stadt zu
„Szene am Bahnhof wird bleiben“

Münster -

Münsters Polizeipräsident Hajo Kulisch rät zu frühzeitigen Gesprächen über die Szene hinter dem neuen Hauptbahnhof. Zunächst werde sie bleiben, aber sich dann einen neuen Platz suchen, wenn die Flächen überbaut würden.

Freitag, 23.06.2017, 21:18 Uhr aktualisiert: 23.06.2017, 21:52 Uhr
Polizeipräsident geht auf die Stadt zu : „Szene am Bahnhof wird bleiben“
Einschlägiger Treffpunkt der münsterischen Drogenszene: der Bremer Platz. Foto: Oliver Werner

Münsters millionenschwerer Hauptbahnhof wird am Samstag als einer laut Bahn „der schönsten Bahnhöfe Deutschlands“ mit großen Brimborium eröffnet. Die Trinker- und Drogenszene auf der Bahnhofsrückseite wird das allerdings weniger beeindrucken. Sie wird bleiben. „Die Szene gibt es, und es wird sie weiterhin geben“, sagt Polizeipräsident Hajo Kuhlisch nüchtern.

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Polizei und Stadt wollen zusammenarbeiten

Gleichwohl wolle die Polizei gemeinsam mit der Stadt überlegen, wo sich in Münster ein neuer Bereich für diese Szene finden könnte, wenn auch die Ostseite des Hauptbahnhofes herausgeputzt wird. „Bis dahin vergehen aber noch Jahre“, sagt Kuhlisch. Für ihn liegt aber auf der Hand, dass sich die Männer und Frauen vom Bremer Platz einen neuen Platz suchen, wenn dort die Flächen überbaut werden. „Wenn man Einfluss nehmen will, muss man rechtzeitig reden“, rät Kuhlisch.

CDU-Sozialpolitiker Richard-Michael Halberstadt geht fest davon aus, dass die Szene am neuen Hauptbahnhof bleiben werde, auch wenn die Freiräume immer mehr verschwinden. Ein Beispiel ist die kleine Bahnhofstraße. Anwohner hatten sich in einem Schreiben an den Polizeipräsidenten und den Oberbürgermeister gewandt. Vor ihren Haustüren würden Drogen gehandelt, Passanten angepöbelt, Menschen belästigt. Die Situation sei schlimmer geworden. Für Halberstadt ist es ein Unding, dass die Stadt auf den Brief von Ende Mai bislang nicht geantwortet habe. „Wir müssen für Nischen, die durch Bauvorhaben verschwinden, Lösungen finden“, sagt er.

Polizeipräsident zeigt sich zuversichtlich

Polizeipräsident Kuhlisch sagt, dass es eine Trinkerszene in dem Umfeld immer gegeben habe. „Sie ist nur sichtbarer geworden.“ Nach dem Abriss der Westfalen-Tankstelle sei die Gruppe an den Bauzaun gezogen.

Ohne ins Detail zu gehen, ist Kuhlisch zuversichtlich, „dass wir die kleine Bahnhofstraße in den Griff kriegen“. Es gebe erste Erfolge. Die Szene am Bremer Platz dagegen sei härter. „Es stellt sich die Frage, wo die Menschen am Ende bleiben. Wir gehen stringent gegen Straftäter vor“, sagt Kuhlisch. „Aber wir jagen die Gruppe nicht durch die Stadt.“

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