Tag der Selbsthilfe
Hilfe statt Kaffeekränzchen

Münster -

Wer eine schlimme Diagnose erhält, braucht meist mehr als medizinische Hilfe: dann sind Selbsthilfegruppen da. Dort gibt es nicht nur Trost, sondern auch viele Informationen zur Krankheit.

Montag, 26.06.2017, 08:00 Uhr
Talkrunde mit (v.l.) Prof. Michael Hammer vom St. Josef-Stift, Annette Hünefeld von der Leukämie- und Lymphomhilfe Münster, Moderatorin Andrea Hansen, Waltraud Rehms von der Selbsthilfegruppe Atemlos und Gebärdendolmetscher Tom Temming
Talkrunde mit (v.l.) Prof. Michael Hammer vom St. Josef-Stift, Annette Hünefeld von der Leukämie- und Lymphomhilfe Münster, Moderatorin Andrea Hansen, Waltraud Rehms von der Selbsthilfegruppe Atemlos und Gebärdendolmetscher Tom Temming

Es war richtig zugig am Samstag auf dem Lambertikirchplatz. Die Selbsthilfegruppen mussten ihr Infomaterial teilweise mit Steinen beschweren, damit es nicht wegflog. Zwischendurch geschah das aber gleichwohl.

Trotzdem hielten 30 Gruppen lange durch, ehe die Ehrenamtlichen ihre Informationsveranstaltung zum „Tag der Selbsthilfe“ dann doch vorzeitig beendeten. Fast schon symbolisch für die Wetter-Umstände fiel vom letzten Tisch noch eine Blumenvase und zerbrach.

Bis dahin hatten die Selbsthilfegruppen aber versucht, das Beste aus den Umständen zu machen. Bürgermeisterin Karin Reismann hatte die Veranstaltung am Morgen eröffnet. Sie sagte, dass sie sich schon immer für die Selbsthilfe in Münster stark gemacht habe. „Ich bin ganz nah bei der Selbsthilfe“, erklärte Reismann. Sie wies darauf hin, dass die Selbsthilfe in Münster schon lange gefördert werde.

Dass Selbsthilfegruppen entscheidend zur Lebensqualität kranker und alter Menschen beitragen, wurde auch in einer Talkrunde deutlich, in der es um die Wirkung, aber auch um die Grenzen von Selbsthilfe ging.

„Studien zeigen, dass informierte Patienten ihre Krankheit besser im Griff haben“, betonte Professor Michael Hammer, Chefarzt im St. Josef-Stift in Sendenhorst. „Und sehr viele Informationen werden gerade auch in den Selbsthilfegruppen gesammelt und weiter-gegeben.“ Annette Hünefeld von der Leukämie- und Lymphomhilfe Münster machte außerdem deutlich: „Selbsthilfegruppen sind keine Kaffeekränzchen.“ Außerdem betonte sie: „Deshalb wollen wir, dass unsere Arbeit erst genommen und wertgeschätzt wird.“ 

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