„Theater macht Aah!“: Spannende, humorvolle und rührende Stücke
Drei Mal Happy End

Münster -

„Ihh, guck mal, eklig!“ Ein schwerer Mann fläzt sich, Bier trinkend, auf dem Sofa und schaut Dschungelcamp-TV, während die Tochter schüchtern daneben steht. Heute ist Laras 11. Geburtstag, doch ihr Vater denkt gar nicht daran, dem Mädchen zu gratulieren. Als das Kind vorsichtig fragt, ob er es von der Schule abholt, kommt als Antwort nur: „Nee, null Bock. Du siehst ja, was hier los ist.“

Montag, 26.06.2017, 17:21 Uhr aktualisiert: 27.06.2017, 18:06 Uhr
Im Krimi der 4. Klasse der Michaelschule (gr. Bild) geraten die Kinder (Judith Suermann und Benedikt Hönes) in die Hände von Ganoven.
Im Krimi der 4. Klasse der Michaelschule (gr. Bild) geraten die Kinder (Judith Suermann und Benedikt Hönes) in die Hände von Ganoven. Foto: Rüdiger Wölk

Traurig und komisch zugleich wirkt diese erste Szene aus „Hilfe ohne Geld“, die Oliver Pauli (Lara) und Benjamin Häring (Vater) spielfreudig auf die Bühne bringen. Drei „Theaterabenteuer“ feierten mit Unterstützung der Sparkasse Münsterland Ost im Rahmen von „Theater macht Aah!“ im Kleinen Haus Premiere. Wie zwei weitere Klassen, so hat auch die 5a des Annette-Gymnasiums ein eigenes Stück geschrieben, Regie geführt, die Bühne gestaltet, für passende Lichteinstellungen gesorgt und gemeinsam mit dem Musiker Philip Ritter an der Klavierbegleitung gefeilt.

In Kooperation mit dem Jungen Theater Münster unter der Leitung von Julia Dina Heße sowie dem Placebotheater Münster gelang ein rührendes Theaterprojekt mit herrlich ironischen Momenten. Ein Drama mit Happy End, denn Lara ist eine grandiose Sängerin, die als Mobbingopfer Zivilcourage beweist. Als das Mädchen am Ende auf der Bühne steht und singt: „Lass dir nichts sagen, vertrau dir selber, denn du bist du“, ist der Applaus zu Recht groß.

Eine ähnliche Thematik wählte die B1 der Primusschule: Hans (Ilka Luza) ist dick, die Eltern sind arm, deshalb rufen Laura und Tim ihn hämisch „Hans IV“. Mustafa, humorvoll dargestellt und mit Akzent gesprochen von Eva Jazdzejewski, geht es nicht besser. Als die beiden auf dem Schulhof brutal zusammengeschlagen werden, gewinnen sie endlich Freunde. Mit ihrer Spionagekamera entlarven sie ihre gemeinen Mitschüler und beweisen „Mut gegen Mobbing“.

„Abenteuer am Rande Berlins“ ist eine turbulente Kriminalgeschichte aus der Feder der Klasse 4a (Michael-schule). Mit einfachen wie effektvollen Bühneneinfällen – Turngeräte mutieren zu Schlupflöchern, ein Karton dient als Polizeiauto – bringen Judith Suermann und Benedikt Hönes ein spannendes Stück auf die Bühne: Eine Klassenfahrt führt Kinder nach Berlin. Als sich eine Gruppe Schüler heimlich in den Wald schleicht, um dort in einem stillgelegten Bahnhof zu spielen, entdecken sie eine Räuberhöhle und werden von zwei Ganoven festgehalten. Doch ihre Mitschüler holen Hilfe. Schließlich werden sie von einer fröhlich-trällernden Polizistin mit rosa Hut befreit – Ende gut, alles gut.

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