Für Sanierungsarbeiten
80 000 Euro fürs Rüschhaus

Münster-Nienberge -

Hier entstanden die bedeutenden Werke der Annette-von-Droste-Hülshoff, so etwa Balladen wie „Der Knabe im Moor“ oder die Novelle „Die Judenbuche“. Haus Rüschhaus ist gemeint, der Landsitz der Droste, der in den Jahren 1745 bis 1748 nach Plänen des Barockarchitekten Johann Conrad von Schlaun erbaut wurde.

Montag, 26.06.2017, 00:00 Uhr aktualisiert: 28.06.2017, 17:25 Uhr
Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger (Mitte), Vorsitzende der Annette-von-Droste-Hülshoff-Stiftung, nahm den Fördervertrag aus den Händen von Sigrid Karliczek (l.) von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und Bodo Kemper (r.), Senior-Referent von Westlotto, entgegen. Architekt Bernhard Mensen (hinten) wird die Arbeiten leiten.
Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger (Mitte), Vorsitzende der Annette-von-Droste-Hülshoff-Stiftung, nahm den Fördervertrag aus den Händen von Sigrid Karliczek (l.) von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und Bodo Kemper (r.), Senior-Referent von Westlotto, entgegen. Architekt Bernhard Mensen (hinten) wird die Arbeiten leiten. Foto: sn

Fast 270 Jahre sind seit der Fertigstellung vergangen, und es gibt zumindest vereinzelt Renovierungsbedarf. Die Finanzierung steht – dank eines symbolischen Fördervertrages.

„Das Haus Rüschhaus ist in einem guten Zustand“, meint Architekt Bernhard Mensen. Dennoch seien Restaurierungsarbeiten zeitnah notwendig. Mensen wird diese leiten. So sind etwa die historischen Fenster zu sanieren. An denen müssten etwa „100 Jahre Lackschicht“ abgetragen und die Fenster energetisch aufgearbeitet werden. Auch der Farbanstrich ist detailliert der historischen Umgebung anzupassen. Die Fenster seien aus der Bauzeit erhalten geblieben, erläutert Mensen. Deshalb seien sie „ganz selten in Münster“.

Auch die Orangerie ist zu restaurieren. Das in Massiv- und Holzbauweise errichtete Gebäude am Rande des barocken Gartens diente als Arbeitshaus der Gärtner und als Treibhaus. Die Orangerie soll einer der Lieblingshäuser der Droste gewesen sein.

Was genau dort getan werden muss, wisse man noch nicht, so Mensen. Das werde noch genauer analysiert. Beide Restaurierungsvorhaben, die Sanierung der Fenster und die Arbeiten an der Orangerie, sollen innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen sein.

Klar ist: Umsonst ist das Ganze nicht. Insgesamt kosteten die Restaurierungsarbeiten 205 000 Euro, erklärt Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, die Vorsitzende der Annette-von-Droste-Hülshoff-Stiftung, die für den Erhalt und Betrieb des „Haus Rüschhaus“ zuständig ist. Die Stiftung bringt auch den Betrag von 125 000 Euro auf, um die Restaurierung zu stemmen.

Auch der Rest der Finanzierung ist gesichert. Dank eines symbolischen Fördervertrages, den am Montag Sigrid Karliczek, Ortskuratorin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), und Bodo Kemper, Senior-Referent von „Westlotto“, an Rüschoff-Parzinger überreichten. Der Vertrag beläuft sich auf eine Summe von 80 000 Euro. „Ich bin froh, dass wir ein Projekt in Münster fördern können“, erklärte Karliczek. Bodo Kemper betonte den Gemeinwohl-Gedanken, der bei der Förderung von sozialen und kulturellen Projekten durch den Westlotto-Erlös zum Tragen komme.

Barbara Rüschoff-Parzinger bedankte sich für den Betrag: „Ohne ihn wäre die Restaurierung nicht möglich.“ Sie sieht die Förderung auch als vorbildhaft an. „Dies kann ein Bespiel auch für andere Häuser in der Denkmalpflege sein.“

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