NRW-Landeskabinett tagt im Rathaus in Münster
Zu Beginn seiner Regierungsarbeit: Laschet "umarmt" Westfalen

Münster -

Vor dem Rathaus und in den Cafés beginnen einige Leute zu klatschen, als sich die Tür der schweren Dienstlimousine öffnet. So ist Armin Laschet auf dem Prinzipalmarkt – Münsters guter Stube – noch nie empfangen worden. Am Eingang zum Friedenssaal hat sich schnell eine Menschentraube gebildet: Die Passanten wollen einen Blick auf den neuen Ministerpräsidenten werfen.

Dienstag, 04.07.2017, 20:25 Uhr aktualisiert: 05.07.2017, 07:04 Uhr
Das neue Kabinett</hervorhebung> um Ministerpräsident Armin Laschet (vorn Mitte) versammelt sich gemeinsam mit Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (vorne, rechts) auf der Treppe des historischen Rathauses von Münster.
Das neue Kabinett</hervorhebung> um Ministerpräsident Armin Laschet (vorn Mitte) versammelt sich gemeinsam mit Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (vorne, rechts) auf der Treppe des historischen Rathauses von Münster. Foto: Gunnar A. Pier

An den Stufen empfängt ein strahlender Oberbürgermeister Markus Lewe seinen Parteifreund. Laschet löst an diesem Dienstag sein Versprechen ein, das er als CDU-Spitzenkandidat gegeben hat: Zur ersten regulären Sitzung kommt das Kabinett nach Münster ins Rathaus des Westfälischen Friedens.

„Nordrhein-Westfalen besteht nicht nur aus Düsseldorf, darum kommen wir nach Westfalen“, sagt Laschet. „Und Münster ist nun einmal die prägende Stadt Westfalens.“ Im Münsterland, Südwestfalen und Ostwestfalen würden heute die modernen Arbeitsplätze geschaffen. „Diese Regionen haben den Strukturwandel aus eigener Kraft bewältigt.“

Landesregierung trifft sich in Münster

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  • Armin Laschet (CDU) wird auf dem Prinzipalmarkt in Münster von Medienvertretern empfangen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Oberbürgermeister Markus Lewe begrüßt den Ministerpräsidenten, der die erste Sitzung seines Kabinetts nach Münster verlegt hat.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Lublinzimmer des Stadtweinhauses kommen die Landesminister von CDU und FDP zusammen. Weitere Bilder folgen in Kürze...

    Foto: Gunnar A. Pier

"Ich bin immer noch Christina“

Die Sonne strahlt über Münster, als kurz vor Laschet bereits die zwölf Ministerinnen und Minister von CDU und FDP am Rathaus eintreffen. Vor allem für die drei Ressortchefs aus dem Münsterland ist es ein Heimspiel.

Dass sie jetzt als Ministerin, nicht nur als Steinfurterin auf dem Prinzipalmarkt steht, lässt Agrarministerin Christina Schulze Föcking strahlen. „Aber ich bin immer noch Christina.“ Verkehrsminister Hendrik Wüst lobt Laschets Idee: „Das ist ein tolles Signal.“

Meinung

NRW-Kabinett berät in Münster: Signal oder Showtanz? Ein Kommentar

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Er selbst erinnert sich gut an zehn Jahre Studium und Berufsstart als Jurist in dieser Stadt. Arbeitsminister Karl-Josef Laumann freut sich, wie schon 2005 wieder mit seinen Kabinettskollegen in Münsters Altstadt zu tagen. Rheinländer wie Innenminister Herbert Reul oder sein Justizkollege Peter Biesenbach zeigen sich vom herzlichen Empfang beeindruckt.

Tagesthema: Förderschulen

Eine knappe Stunde tagen die Minister mit Blick auf den Prinzipalmarkt. Davon haben sie nichts: Gut hundert Punkte für den Bundesrat am Freitag stehen auf der Agenda. Darunter Änderungen bei Netzentgelten für Stromtrassen, die für die Verbraucher in NRW teuer werden könnten, wie Laschet erläutert.

Als erste konkrete Maßnahme wird das Moratorium für Förderschulen beschlossen. Die Mindestgröße von Eingangsklassen, an denen die Existenz einer Schule hängt, wird ausgesetzt, bis der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung von einer solideren Struktur gestützt wird.

Empfang im Friedenssaal

Die Tagesordnung absolvieren die Minister binnen einer Stunde, um Zeit für den Empfang im Friedenssaal mit Eintrag ins Goldene Buch zu haben. Und für einen 18-minütigen Abriss, in dem OB Lewe Münsters Geschichte und die Münsteraner beleuchtet. Laschet, der die Stadt schon als Aachener Schüler oft besucht hat, kennt die historische Tragweite. „Hier ist überhaupt Völkerrecht entstanden“, blickt er auf den Westfälischen Frieden.

Zum Thema

Münster sei ein gutes Beispiel für das, was CDU und FDP sich vorgenommen haben: den Draht zu den Benelux-Nachbarn aufzuwärmen. Dann leert Laschet den Wein aus dem Hahn. „Endlich mal einer, der den auch austrinkt“, freut sich Lewe. Abseits der Tradition zeigt er dem Kabinett später eine andere Seite der Stadt – beim Abendessen im pulsierenden Hafen.

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