Gasometer
Pläne für Alpinzentrum drohen zu scheitern

Münster -

Architekturstudenten der Fachhochschule haben viele kreative Ideen für die Nutzung des Gasometers als alpines Kletterzentrum. Dennoch steht das Projekt des Alpenvereins Münster auf der Kippe, weil eine 700.000 Euro teure Sanierung erforderlich wäre.

Montag, 10.07.2017, 21:15 Uhr
Modelle und Zeichnungen für ein alpines Kletterzentrum im und am alten Gasometer präsentieren Studierende der Fachhochschule seit Montag in der Gllashalle im Stadthaus 3. Der Alpenvereiein will das Industriedenkmal von den Stadtwerken anmieten. Unklar ist aber, wer die Sanierung des Speichers zahlt.
Modelle und Zeichnungen für ein alpines Kletterzentrum im und am alten Gasometer präsentieren Studierende der Fachhochschule seit Montag in der Glashalle im Stadthaus 3. Der Alpenvereiein will das Industriedenkmal von den Stadtwerken anmieten. Unklar ist aber, wer die Sanierung des Speichers zahlt. Foto: hpe

Seit Dienstag gibt es von einer Gruppe Architektur-Studenten viele kreative Ideen für ein Kletterparadies im alten Gasometer am Albersloher Weg. Dennoch steht das ehrgeizige Vorhaben des 5200 Mitglieder starken Alpenvereins, dort in den kommenden Jahren ein Alpinzentrum mit Freizeitaktivitäten und Vereinsheim zu entwickeln, auf der Kippe.

Hauptgrund ist der Sanierungsstau der 1954 gebauten und im Besitz der Stadtwerke befindlichen Stahlkonstruktion. Allein der notwendige Schutzanstrich gegen eine weitere Korrosion würde rund 700 000 Euro kosten. Eine Summe, die der Verein nicht ausgeben kann und will.

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Die Stadtwerke wiederum sind zwar bereit, einen langjährigen Pachtvertrag abzuschließen, vorher müsste allerdings der Alpenverein das Geld für die Sanierung bereit stellen. „Das können wir aus eignen Sponsoring-Geldern beim besten Willen nicht leisten“, sagt Stadtwerke-Sprecher Martin Schuster.

Expedition auf Sparflamme

Und weil es diese „renovierte Übergabe“ nun wohl nicht geben wird, hat der Alpenverein jetzt seine „Expedition Montegaso“ erst einmal auf Sparflamme gedreht.

„Wir werden nach Sponsoren suchen“, so Vereinssprecherin Maren Arndt.

Sein eigenes Geld will der Verein lieber in eine Kletterhalle stecken. Die soll auf dem Gasometer-Areal entstehen und notwendige Erlöse für die dauerhafte Anmietung und Nutzung des Geländes generieren. Der Zeitpunkt wäre gut, weil eine vergleichbares Trainingszentrum für Kletterfreude seit Mai nicht mehr in Münster zur Verfügung steht. Aber erst, wenn ein solides Finanzkonzept für die unvermeidliche Sanierung steht, wird es weiter gehen.

Visionen von Studenten

Wie es dann aussehen könnte, präsentieren aktuell Studierende der Münster School of Architecture (Fachhochschule Münster) in einer Ausstellung in der Glashalle des Stadthauses 3. Lehrbeauftragter Klaus Dömer: „Der Gasometer ist stadtbildprägend, hat einen großen Identifikationswert in der Bürgerschaft und viel Potenzial.“

Die Studenten können sich eine integrierte Kletterhalle im Gasometer vorstellen. Denkbar sind auch Riesenballons im oberen Bereich, die nachts den Gasometer aus der Ferne wie ein Bergmassiv erscheinen lassen. Die Ausstellung ist bis zum 21. Juli zu sehen.

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