Verkehrspläne für Münster
Viel mehr als eine Maut-Prüfung

Münster -

Für die Prüfung der City-Maut gab es kaum Beifall. Doch Schwarz-Grün in Münster will dem Auto noch anders beikommen.

Montag, 10.07.2017, 20:15 Uhr aktualisiert: 10.07.2017, 20:20 Uhr
Viel los am Hauptbahnhof (v.l.): Otto Reiners, Carsten Peters (beide Grüne), Walter von Göwels, Stefan Weber und Peter Laurenz Börgel (alle CDU) setzen mithilfe ihres „Masterplans“ auf eine bessere Vernetzung der Verkehrsträger in der Zukunft.
Viel los am Hauptbahnhof (v.l.): Otto Reiners, Carsten Peters (beide Grüne), Walter von Göwels, Stefan Weber und Peter Laurenz Börgel (alle CDU) setzen mithilfe ihres „Masterplans“ auf eine bessere Vernetzung der Verkehrsträger in der Zukunft. Foto: Dirk Anger

Über mangelnde Aufmerksamkeit für ihren „Masterplan für eine nachhaltige Verkehrsinfrastruktur“ konnte sich das schwarz-grüne Ratsbündnis in den vergangenen Tagen nicht beklagen.­ Ein Prüfauftrag zur City-Maut hatte für viel Diskussionsstoff gesorgt. „Die Maut ist nicht beschlossen, nicht beantragt – sie wird geprüft“, stellt CDU-Fraktionschef Stefan Weber am Montag bei der Vorstellung der eigentlich drei Rats­anträge zum Thema Verkehr noch einmal klar – und er betont, dass es sich bei der Maut-Prüfung um einen Wunsch der Grünen-Fraktion handele.

„Unverklemmte Herangehensweise“

Ansonsten verspricht Weber eine „unverklemmte Herangehensweise“ bei der Suche nach Antworten, wie es um die Mobilität in Münster in den Jahren 2030/2050 bestellt sein wird. Frühestens in zwei Jahren, so der Christdemokrat, werde es von der Stadtverwaltung Hinweise geben, welche Mittel geeignet seien, um den Autoverkehr in Münster zu reduzieren.

Dabei setzen CDU und Grüne, so viel steht schon jetzt fest, gleichermaßen auf mehr Fahrradfahrer sowie verbesserte Bus- und Schienenangebote. Dieser Prozess wird nach Vorstellungen von Schwarz-Grün von einem Beirat begleitet, für den die Stadtverwaltung Experten berufen soll.

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Auf eine bessere Vernetzung in der Zukunft setzt Grünen-Fraktionschef Otto Reiners. Mit einer App, so sein Wunsch, solle man eines Tages von jedem Punkt der Stadt aus ermitteln können, welches Verkehrsmittel das schnellste sei. Eine Priorität gibt es schon: „Wir wollen dem Fahrradverkehr Vorrang einräumen.“

Öffentliches Leihrad-System

Nach Vorstellungen der CDU soll dabei ein öffentliches Leihrad-System helfen. Das könne etwa für Pendler aus dem Umland interessant sein, um „die letzte Meile“ zurückzulegen, erklärte CDU-Ratsherr Peter Laurenz Börgel. In Mainz funktioniere das beispielsweise perfekt. Vier Millionen Euro sind nach Börgels Angaben dort investiert worden.

Entscheidende Vorteile erwartet Grünen-Fraktionschef Reiners von der Verlängerung bestehender Bahnverbindungen: So könne der Zug von Rheine am Preußen-Stadion vorbei bis in den Süden der Stadt, die Verbindung aus Telgte bis nach Gremmendorf fortgeführt werden.

E-Mobilität auf zwei und vier Rädern

Zugleich setzen CDU und Grüne auf ein Programm zur Förderung der E-Mobilität auf zwei und vier Rädern. Dabei geht es etwa um den Ausbau von öffentlich zugänglichen Schnellladestellen. Von 2018 bis 2020 soll das mit insgesamt einer halben Million Euro aus dem städtischen Etat gefördert werden. Überhaupt wird es nicht ganz billig werden: „Wir sind bereit, richtig Geld in die Hand zu nehmen“, verspricht Reiners. Auch Förderprogramme sollen angezapft werden.

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