Wasserversorgungs-Konzept
Keller sollen trocken bleiben - Wasserwerke später zu

Münster -

Die Schließung von zwei Wasserwerken in Münster ist noch nicht endgültig beschlossen. In jedem Fall aber werden den Anwohnern trockene Keller versprochen.

Mittwoch, 12.07.2017, 21:00 Uhr
Das kleine Wasserwerk geist/Vennheide soll genauso wie das Werk in Kinderhaus geschlossen werden. Doch der Beschluss verzögert sich. Zunächst soll die Stadt ein Wasserversorgungskonzept bei der Bezirksregierung einreichen. 
Das kleine Wasserwerk geist/Vennheide soll genauso wie das Werk in Kinderhaus geschlossen werden. Doch der Beschluss verzögert sich. Zunächst soll die Stadt ein Wasserversorgungskonzept bei der Bezirksregierung einreichen.  Foto: hpe

Die von den Stadtwerken forcierte, aber öffentlich kontrovers diskutierte Schließung der beiden Wasserwerke Geist und Kinderhaus verzögert sich noch einmal. Die schwarz-grüne Ratsmehrheit möchte zunächst, dass die Stadtverwaltung ein Konzept über den Stand und die künftige Entwicklung der Wasserversorgung in Münster vorlegt.

Dieses ist laut entsprechendem Ministeriumserlass ohnehin erstmals zum 1. Januar 2018 zu erstellen, wie es in einem entsprechenden Änderungsantrag von CDU und Grünen für die Ratssitzung am Mittwoch hieß. Demnach soll der Rat endgültig erst über die Schließung der beiden Wasserwerke entscheiden, wenn die Bezirksregierung Münster das Wasserversorgungskonzept der Stadt abgenickt hat.

Wie berichtet, wollen die Stadtwerke im Rahmen ihres sogenannten Dipol-Konzepts die Wasserwerke Hornheide und Hohe Ward technisch erneuern und ausbauen. Die Investitionskosten dafür werden auf 24 Millionen Euro beziffert. Mit dieser Maßnahme will das städtische Versorgungsunternehmen den in der wachsenden Stadt Münster erwartungsgemäß steigenden Wasserbedarf sichern.

Keine Erhöhung der Wasserpreise geplant

Im Gegenzug sollen die beiden kleinen Wasserwerke Kinderhaus und Geist geschlossen werden. Weil in der Folge jedoch insbesondere im Bereich Vennheide/Berg Fidel steigende Grundwasserpegel erwartet werden, wollen CDU und Grüne festschreiben, dass „der betroffene Gebäudebestand dauerhaft vor den Folgen des Grundwasseranstiegs geschützt wird.“ Die Kellersohlen der Gebäude sollen im Trockenen bleiben, heißt es in dem Antrag.

Sollten trotz des fortgesetzten Abpumpens zur Senkung des Grundwasserspiegels Schäden an Häusern auftreten, „bieten die Stadtwerke eine offensive Unterstützung zur Schadensbeseitigung an“, schreiben CDU und Grüne in ihrem Antrag.

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Die Kosten für das Abpumpen des Grundwassers nach Schließung des Werks Vennheide belaufen sich auf rund 100.000 Euro jährlich. Sie werden genauso wie die Investitionskosten bei der Ermittlung der Wasserpreise berücksichtigt. Derzeit gibt es nach Auskunft der Stadtwerke aber keine Pläne, den Wasserpreis zum Jahreswechsel zu erhöhen.

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