Tonnenweise Unrat im Garten gesammelt
Meterhohe Abfallberge: Stadt veranlasst Müllräumung

Münster-Kinderhaus -

(Aktualisiert) Nachdem juristisch in einem Nachbarschaftsstreit keine Lösung eines Müllproblems herbeigeführt werden konnte, ist der Stadt Münster der Geduldsfaden endgültig gerissen: Sie ließ am Donnerstag rund 120 Kubikmeter Abfall von einem Grundstück im münsterischen Stadtteil Kinderhaus entfernen.

Donnerstag, 13.07.2017, 11:54 Uhr aktualisiert: 13.07.2017, 17:00 Uhr
Tonnenweise Unrat im Garten gesammelt : Meterhohe Abfallberge: Stadt veranlasst Müllräumung
Auf einem Grundstück mussten rund 120 Kubikmeter Müll entsorgt werden. Foto: Helmut Etzkorn

Die Menge an Müll im Garten, auf der Terrasse und selbst auf dem Vordach der Eingangstür verschlägt selbst  dem Chef der Entsorgungsfirma ExKern, Thorsten Kubitza, die Sprache. Er sei „schon vieles gewöhnt“, meint er. Aber was der notorische Abfallsammler vom Althausweg in Kinderhaus seit der letzten Zwangs-Entmüllung Ende August 2016 wieder alles mit seinem Fahrrad aus ganz Münster angeschleppt hat, ist schon beachtlich.

Rund 80 Kubikmeter Müll, darunter knapp 100 Matratzen, gelbe Säcke, 26 nicht funktionsfähige Fahrräder,  Dosen, Stofftiere und Metallschrott werden am Donnerstag vom Grundstück entfernt. Die Entsorgungsfirma setzt zwei Großraumcontainer ein, acht Mitarbeiter in Schutzanzügen sind sechs Stunden im Einsatz.

Öffentliche Sicherheit in Gefahr

Der Hausinhaber  war am frühen Morgen gegen 5.30 Uhr zur Polizei geradelt und hatte  auf der Wache „mehrere unverständliche Anzeigen erstattet“, so der städtische Pressesprecher Joachim Schiek. Daraufhin habe man ihn gleich auf der Wache behalten und medizinische Untersuchungen veranlasst. Am Nachmittag wurde der Mann ins Landeskrankenhaus zwangseingewiesen.

Die um 7.30 Uhr gestartete Räumaktion wird von Polizei und Ordnungsamt abgesichert. Auch Experten des Umweltamtes sind vor Ort. Weil die Müllmengen „ein Umfang erreicht hatten, der ein Einschreiten zwingend notwendig macht, weil die öffentliche Sicherheit in Gefahr ist“ (Schiek), schreitet die Behörde ein.

Der Hausbesitzer hatte mit Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht noch versucht, die Aktion zu verhindern. Erfolglos. Auch eine letzte Frist, bis zum 25. Juni selbst den Unrat zu beseitigen, lässt er verstreichen.

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Aufatmen bei der unmittelbaren Nachbarin Ingrid Peters, die seit Monaten auf den übel riechenden Müll in Nachbars Garten blickt. „Endlich tut sich etwas, die Stadt hat damit viel zu lange gewartet“, sagt sie. In den zurückliegenden Wochen soll es mehrfach zu persönlichen Anfeindungen durch den offenbar psychisch kranken Mann gekommen sein. Ingrid Peters fühlt sich jedenfalls „an Leib und Leben bedroht“. Ihre Terrassentür hatte die 54-Jährige mit sehr engmaschigen Gittern geschützt. „Damit Mäuse und Ratten von nebenan nicht ins Haus rennen können“.

Die Stadt wird die Entsorgungskosten, rund 4000 Euro, dem Hausbesitzer in Rechnung stellen. Die Nachbarn befürchten, dass der unbelehrbare Mann bald wieder  sein Grundstück systematisch zumüllen wird.

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