Finale 2017: Ausstellung mit Abschlussarbeiten künftiger Projektgestalter
Design mit Hand und Knick-Fuß

Münster -

Ein Brotlaib als Wanddekoration? Warum nicht – in einer Bäckereifiliale. Eine Sitzlandschaft, die mit wenigen Handgriffen von der Lümmelcouch zur Liegeinsel wird. Oder eine Garderobe, die einem noch so schmalen Flur zu klarer Gestaltung verhilft. Nur drei von 28 Arbeiten, die von diesem Samstag an in der Ausstellung „Finale 2017“ in der Akademie für Gestaltung der Handwerkskammer Münster HBZ/Haus Kump zu bewundern sind. Es handelt sich um Arbeiten der Absolventen aus unterschiedlichsten Handwerksberufen, die nach drei Jahren des Fortbildungsstudiums nun ihren Abschluss machen.

Freitag, 14.07.2017, 17:18 Uhr
Diese Sitzlandschaft für junge Leute, die sich zigfach anders kombinieren lässt, hat Raumausstatter Philipp Hastenpflug entworfen.
Diese Sitzlandschaft für junge Leute, die sich zigfach anders kombinieren lässt, hat Raumausstatter Philipp Hastenpflug entworfen. Foto: Petra Noppeney

Projektgestalter heißen die Absolventen derzeit noch. „Designer (HWK)“ dürfen sie sich ab August offiziell nennen – wie die Kollegen von der Hochschule also. Dass ihnen die Kollegen aus dem Handwerk indes in Sachen Kreativität in nichts nachstehen, beweist die aktuelle Ausstellung.

Nicht immer sind es Produkte wie etwa die Handtaschen-Kollektion von Sattlerin Margit Kasper, die der Besucher im lichtdurchfluteten Präsentationsraum im Haus Kump vorfindet. Manches ist auch noch Zukunftsmusik. „Es muss aber ablesbar sein, wie es konkret umsetzbar wäre“, beschreibt Constanze Unger, Leiterin der Einrichtung, die zentrale Herausforderung an eine Abschlussarbeit. Beispiel: der Entwurf für eine Firmendarstellung von Lisa Hampe und Anika Ostendorf. Vom vielsagenden Logo über die Bäckerei-Filialgestaltung bis zur Arbeitskleidung haben sie alles erarbeitet. Einen interessierten Auftraggeber gibt es schon.

Formschön und ansprechend ist die Tischkollektion „Triono“ von Till Strohmeier und Theresa von Bodelschwingh, die außerdem ein stapelbares Regalsystem präsentieren und das gute alte Stövchen – aus Porzellan und Kork.

Im Möbelbereich hat sich Robin Scholtysik mit der Raumsituation des Flurs befasst – „früher der Empfangsbereich“ des trauten Heims, heute eher vernachlässigt. Er setzt eine wohlgeordnete Wand mit Spiegel plus Ablage, Haken und Sitzbank aus Holz und Metall dagegen – genannt „Small Space Solution“. Philipp Hastenpflug wiederum hat eine Sitzlandschaft entworfen, deren Teile sich vielfach kombinieren lassen. Wer es probieren möchte: Das Möbel im Miniaturformat erlaubt dem Besucher, aktiv zu werden.

„Den Knick raus“ haben auch die beiden Tischler Anne Biastoch und Niklaas Hübner, deren Gartenmöbel am speziellen Knick des metallenen Tisch-, Stuhl- und Bankbeins zu erkennen ist.

Zum Thema

„Finale 2017“, bis 28. Juli. Eröffnung an diesem Samstag (15. Juli) um 16 Uhr. Öffnungszeiten: Sonntag (16. Juli) von 11-17 Uhr, sonst Mo-Do 9-17 und Fr von 9-14 Uhr.

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