Jochen Köhnke wechselt nach Iserlohn
„Niemand hat mich verjagt“

Münster -

Lewes Kontrahent bei der Oberbürgermeisterwahl, Migrationsdezernent Jochen Köhnke (SPD), wechselt den Arbeitgeber. Er fängt bei der Stadt Iserlohn an.

Samstag, 15.07.2017, 14:00 Uhr
Oberbürgermeister Markus Lewe (l.) gratulierte Jochen Köhnke zum neuen Amt als Ressortleiter für Kultur, Inklusion und Integration bei der Stadt Iserlohn. Im Oberbürgermeister-Wahlkampf 2015 waren beide Kontrahenten
Oberbürgermeister Markus Lewe (l.) gratulierte Jochen Köhnke zum neuen Amt als Ressortleiter für Kultur, Inklusion und Integration bei der Stadt Iserlohn. Im Oberbürgermeister-Wahlkampf 2015 waren beide Kontrahenten Foto: Oliver Werner

„Niemand hat mich aus Münster verjagt.“ Trotzdem verlässt Jochen Köhnke Münster. Genauer gesagt: Er verlässt die Stadtverwaltung Münster und wird Leiter des neuen Ressorts für Kultur, Inklusion und Integration bei der Stadt Iserlohn.

Im Alter von 62 Jahren, wenn sich andere bereits im Ruhestand befinden oder diesen zumindest anstreben, sucht der Münsteraner eine neue berufliche Herausforderung. „Ich will noch einmal richtig Gas geben“, so der Dezernent für Migration.

Ausdrücklich empfindet Köhnke seinen Wechsel nicht als Flucht, um seinem Dienstherrn, dem münsterischen Oberbürgermeister Markus Lewe aus dem Weg zu gehen. „Ich brauche keinen Rettungsschirm.“ Bei der Oberbürgermeisterwahl 2015 war Köhnke der Herausforderer Lewes. Köhnke verlor.

Köhnkes Kontrahent auch sein Vorgesetzter. „Das habe ich immer sehr professionell gesehen“, so der Spitzenbeamte mit SPD-Parteibuch. Gelassen nahm er im Rat die Glückwünsche des ebenso entspannten Oberbürgermeisters Lewe entgegen. Gleichwohl haben Insider vernommen, dass es nach Lewes Wahlerfolg im Rathaus ruhig wurde um Köhnke.

Etwa drei bis fünf Jahre lang möchte Köhnke nach eigenem Bekunden in der 100 000-Einwohner-Stadt auf der Grenze zwischen Ruhrgebiet und Sauerland arbeiten. Diese zeitliche Begrenzung empfindet er nicht als Belastung, sondern eher als Vorzug: „Das macht die Arbeit spannend.“ Die Zeit bis zur Pensionierung abzusitzen, das wäre nicht seine Sache gewesen.

Schon seit längerer Zeit hat Köhnke nach eigenem Bekunden Ausschau nach einem anderen Job gehalten und Freunde in anderen Städten angesprochen. Die konkrete Stellenausschreibung der Stadt Iserlohn fand der dann im Internet.

Die erste Begegnung mit den neuen Arbeitskollegen sowie mit den Iserlohnern verliefen „sehr positiv, wie ich es in dieser Form gar nicht erwartet habe“. Wenn sein Alter und sein neuer Arbeitgeber mitspielen, möchte er am 1. November wechseln.

Da die Familie in Münster fest verwurzelt ist, wird Münster Köhnkes Heimat bleiben. Zugleich aber spielt der 62-Jährige mit dem Gedanken, in Iserlohn eine Zweitwohnung zu nehmen.

Als Iserlohn-Experte möchte sich Köhnke (noch) nicht bezeichnen. Aber einiges hat sich bei ihm schon eingeprägt: „Sehr waldreich, starke Stadtteile und eine gute Kulturszene.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5010918?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker