Schwarzarbeit am Bau
Knapp fünf Jahre Haft für organisierte Schwarzarbeit

Münster -

Wegen Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung und Sozialversicherungsbetruges im großen Stil hat das Landgericht am Freitag fünf Männer zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Der Hauptbeschuldigte muss für vier Jahre und neun Monate ins Gefängnis.

Freitag, 14.07.2017, 20:00 Uhr
Viele Anwälte und fünf Angeklagte im Landgericht
Viele Anwälte und fünf Angeklagte im Landgericht Foto: hpe

Wegen organisierter Schwarzarbeit am Bau, Steuerhinterziehung und Sozialversicherungsbetrugs in 203 Fällen hat das Landgericht Münster am Freitag fünf Männer zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. 

Schaden in Millionenhöhe

Durch die Gründung von Scheinfirmen, illegaler Beschäftigung und Schwarzgeldzahlungen entstanden allein den Sozialversicherungen ein Schaden von rund 2,3 Millionen Euro. Die Beschuldigten räumten in den 27 Tagen der Hauptverhandlung ihre fast zwei Jahre andauernden Betrügereien im großen Stil weitgehend ein. Nur deshalb fielen die Haftstrafen nicht noch deutlich höher aus.

Schwarzarbeit auf Großbaustellen im ganzen Land organisiert

Der Hauptangeklagte, ein 39-jähriger Bauunternehmer aus Mazedonien, der in Münster lebte, beschäftigte auf Großbaustellen im ganzen Land viele Arbeiter aus dem Kosovo und Rumänien. Offiziell meldete er sie nur als Teilzeitarbeitskräfte an, in Wirklichkeit aber arbeiten sie bis zu 60 Wochenstunden am Bau und bekamen ihren Lohn vorwiegend in bar in Briefumschlägen ausgehändigt. Mit gefälschten Ausweisen wurden immer neue Rohbaufirmen gegründet, die sogenannten Geschäftsführer hatten aber nur einen Auftrag: fingierte Rechnungen schreiben für Leistungen, die gar nicht erbracht wurden. Insgesamt über mehr als 6,3 Millionen Euro. Die Gewinne wurden natürlich nicht versteuert, so die Richter. Der Mazedonier muss für knapp fünf Jahre ins Gefängnis.

Von 16-köpfiger Ermittlergruppe observiert

Einer 16-köpfigen Ermittlergruppe des Hauptzollamtes war die eingespielte Tätergruppe schließlich durch Telefonüberwachung und Langzeit-Observation ins Netz gegangen. Seit Januar 2016 sitzen alle fünf Männer in Haft. Lediglich einer von ihnen darf jetzt die Zelle räumen. Weil er nur am Rande in die kriminellen Machenschaften verwickelt war, bekam er eine Bewährungsstrafe von 1,9 Jahren. Die anderen drei Männer müssen wegen Beihilfe zwischen 3,9 und 3,3 Monate in Haft.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5010938?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker