Tennis-Match
Münsteraner will 82 Stunden auf dem Platz stehen und den Weltrekord brechen

Twistringen/Münster -

Sind die beiden verrückt oder einfach nur sehr sportbegeistert? In Niedersachsen wollen zwei Hobbyspieler einen Rekord im Dauertennis aufstellen: 82 Stunden am Stück, für Essen und Schlafen bleiben nur Minuten.

Donnerstag, 27.07.2017, 13:41 Uhr aktualisiert: 27.07.2017, 17:15 Uhr
Freunde am Netz: Seit Donnerstagmorgen stehen sich Christian Masurenko (links) und Dennis Heitmann auf dem Tennisplatz in Twistringen gegenüber. Bis Sonntag, 18 Uhr, wollen sie weiterspielen.
Freunde am Netz: Seit Donnerstagmorgen stehen sich Christian Masurenko (links) und Dennis Heitmann auf dem Tennisplatz in Twistringen gegenüber. Bis Sonntag, 18 Uhr, wollen sie weiterspielen. Foto: dpa

Zuschauer werden Muskelkater im Hals bekommen, wenn sie dieses Tennis-Match in voller Länge verfolgen wollen: 82 Stunden lang wollen zwei Sportler im niedersächsischen Twistringen gegeneinander spielen. Einen Weltrekord im Einzeltennis wollen Christian Masurenko (49) und der Münsteraner Dennis Heitmann (34) damit aufstellen.

Am Donnerstag um 8 Uhr hat die Partie begonnen, zu Ende gehen soll sie am Sonntag um 18 Uhr. Schlafen, Essen, Toilettengänge – dafür bleiben den beiden während der dreieinhalb Tage immer nur wenige Minuten. Kein Problem, sagte Masurenko vor Beginn des Spiels: „Das ist eine mentale Sache.“

Beide Spieler kennen sich aus ihrer Heimat Herford. Per Livestream wird das Spiel vom Vereins-Tennisplatz im kleinen Twistringer Ortsteil Marhorst ins Internet übertragen. Die ersten Schaulustigen hatten sich bereits am Morgen am Rand des Ascheplatzes versammelt. Den Zuschauern verspricht Masurenko über weite Strecken spannendes Tennis. „Wir wollen uns ein richtiges Match liefern.“ Gesteht aber: „Nachts werden wir einen Gang runterschalten.“

Ein Mental Coach, Ärzte und Physiotherapeuten, die strapazierte Nacken, Arme und Schultern massieren, sollen die beiden Extremsportler unterstützen. Als Energiekick gibt es Müsli-Riegel, Nudeln und Suppe. Und für die Motivation werde der Trubel drumherum sorgen, meint Masurenko.

Inszenierung wie ein Dorffest

Denn den beiden Sportlern geht es nicht nur um den Weltrekord. Sie wollen auch Spenden für ein Dorfgemeinschaftshaus im 800-Seelen-Örtchen Marhorst sammeln. Deshalb inszenieren sie das Ganze als Dorffest mit Konzerten, Festzelt, Hubschrauber-Rundflügen, Fußballturnieren und Schnuppertennis. Die Lautstärke rund um den Platz werde seine Konzentration nicht stören, meint Masurenko. Im Gegenteil: „Wir brauchen das, um wach zu bleiben.“

Tennis Weltrekordversuch

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  • Dr. Dennis Heitmann aus Münster und Christian Masurenko haben einen neuen Weltrekord im Dauer-Tennis aufgestellt: 79 Stunden und neun Minuten standen sie auf dem Platz. Foto: Holger Hollemann
  • 82 Stunden lang wollen die beiden Sportler gegeneinander Tennis spielen und damit einen Weltrekord im Einzeltennis aufstellen.

    Foto: Holger Hollemann
  • Dr. Dennis Heitmann aus Münster und Christian Masurenko haben einen neuen Weltrekord im Dauer-Tennis aufgestellt: 79 Stunden und neun Minuten standen sie auf dem Platz. Foto: Holger Hollemann
  • Dr. Dennis Heitmann aus Münster und Christian Masurenko haben einen neuen Weltrekord im Dauer-Tennis aufgestellt: 79 Stunden und neun Minuten standen sie auf dem Platz. Foto: Holger Hollemann
  • Dr. Dennis Heitmann aus Münster und Christian Masurenko haben einen neuen Weltrekord im Dauer-Tennis aufgestellt: 79 Stunden und neun Minuten standen sie auf dem Platz. Foto: Holger Hollemann
  • Dr. Dennis Heitmann aus Münster und Christian Masurenko haben einen neuen Weltrekord im Dauer-Tennis aufgestellt: 79 Stunden und neun Minuten standen sie auf dem Platz. Foto: Holger Hollemann
  • Dr. Dennis Heitmann aus Münster und Christian Masurenko haben einen neuen Weltrekord im Dauer-Tennis aufgestellt: 79 Stunden und neun Minuten standen sie auf dem Platz. Foto: Holger Hollemann
  • Notare werden das gesamte Spiel genau protokollieren und darauf achten, dass die Regeln vom Guinness-Buch der Rekorde eingehalten werden.

    Foto: Holger Hollemann

Trotz Partystimmung ist es den beiden ernst mit dem Rekordversuch: Notare werden das gesamte Spiel genau protokollieren und darauf achten, dass die Regeln vom Guinness-Buch der Rekorde eingehalten werden. Danach dürfen Masurenko und Heitmann jede Stunde fünf Minuten Pause machen. „Wir wollen die ersten fünf Stunden komplett durchspielen und dann eine längere Pause machen.“

Dass sie die 82 Stunden schaffen, daran haben die beiden keine Zweifel. Bereits 2010 hatten sie 55 Stunden, 55 Minuten und 55 Sekunden durchgehalten und den damaligen Weltrekord gebrochen. Dieser liegt derzeit bei 64 Stunden. Nach Sonntag vielleicht nicht mehr.

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