Pizzeria musste wegen des Drecks vorübergehend schließen
Keine Genehmigung: Stadt legt Baustelle still

Münster -

Knapp drei Wochen hatte Abdul-Mouin Khatouna mit Staub und Dreck durch eine Baustelle vor und in dem Gebäude an der Soester Straße 35 zu kämpfen, in dem er eine Pizzeria betreibt. Doch damit ist seit Montag vorerst Schluss: Die Stadt legte sie still, weil noch keine Baugenehmigung erteilt war.

Dienstag, 01.08.2017, 01:30 Uhr aktualisiert: 01.08.2017, 06:55 Uhr
Wegen der Baustelle vor seiner Pizzeria litt Abdul-Mouin Khatouna unter Staub und Dreck, veranlasste sogar eine behördliche Prüfung.
Wegen der Baustelle vor seiner Pizzeria litt Abdul-Mouin Khatouna unter Staub und Dreck, veranlasste sogar eine behördliche Prüfung. Foto: Oliver Werner

Die Baustelle am Haus Soester Straße 35 macht nicht gerade einen professionellen Eindruck. Eine Schuttrutsche, verbunden mit schwarzer Plastikfolie und Klebeband, führt vom ersten Obergeschoss in einen Container mitten auf dem Gehweg. Der ist nicht abgedeckt, die rot-weißen Baustellenabsperrungen sind drum herum kreuz und quer aufgestellt, ein Baustellenschild fehlt gleich ganz.

Das aber sei laut Bauordnung zwingend vorgeschrieben, bemängelt Rechtsanwalt Michael Rietz: „Möglicherweise ist die ganze Baustelle illegal.“ Pikant: Miteigentümer ist mit Rainer M. Kresing ausgerechnet ein bekannter Architekt aus Münster.

Mit seiner Einschätzung liegt Rietz richtig. Nach einer Prüfung der Baustelle machte die Stadtverwaltung am Montag kurzen Prozess: „Es gibt keine Baugenehmigung. Darum ist der Bau heute Morgen stillgelegt worden“, teilte Sprecherin Sigrid Howest am Nachmittag mit.

Es habe Lebensgefahr bestanden

Doch der Reihe nach: Rietz unterstützt Abdul-Mouin Khatouna, der selbst Mieter in dem Haus ist. Er betreibt im Erdgeschoss eine Pizzeria und litt auch wirtschaftlich unter Staub und Dreck durch die Baustelle. Durch die habe zeitweise sogar Lebensgefahr bestanden: Auf einem Video, das Khatouna mit seinem Handy filmte, ist zu sehen, wie Steine trotz der Rutsche einfach aus dem Fenster im ersten Obergeschoss in den Container geworfen werden, den auch ein Radfahrer passiert.

Wegen der Baustellen-Situation hatte Khatouna selbst eine Prüfung in seinem Betrieb durch das Ordnungsamt erbeten, die am 14. Juli stattfand. Drei Tage musste er daraufhin für eine Grundreinigung seinen Laden schließen, nahezu alle Lebensmittel wegwerfen, berichtet er.

Bauherr muss warten

Nun sind die Bauarbeiten erst einmal gestoppt. Nicht die erste Intervention: Schon für Sicherungsmaßnahmen wie die Absperrungen am Container habe „ein fürsorglicher Mitarbeiter des Tiefbauamtes“ gesorgt, berichtete Sigrid Howest. Am Montag ordneten Mitarbeiter des Bauordnungsamtes dann vor Ort gegenüber einem Bauarbeiter die sofortige Stilllegung an.

Das bekomme der Bauherr jetzt auch schriftlich, da die Prüfer nicht sicher seien, ob ihre mündliche Verfügung auch verstanden worden sei. Die Baustelle müsse damit erstmal ruhen. „Der Bauherr muss auf die Baugenehmigung warten“, so Howest. Ob ihm vielleicht sogar ein Bußgeld droht, sei noch nicht geklärt.

Rainer M. Kresing erfuhr erst am Montagnachmittag durch unsere Zeitung von der Stilllegung der Baustelle. Da er noch keine offiziellen Informationen vorliegen habe, wollte er keine Stellungnahme dazu abgeben.

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