Diesel-Debatte
„In Münster keine Fahrverbote“

Münster -

In Münster drohen keine Fahrverbote für Dieselfahrzeuge. Das hat die Bezirksregierung betont. Sie geht davon aus, dass die Schadstoff-Grenzwerte auch so ab 2018 eingehalten werden.

Dienstag, 01.08.2017, 10:00 Uhr aktualisiert: 01.08.2017, 12:43 Uhr
 
  Foto: Matthias Ahlke

Gleich drei Mal wurden im Laufe des Montags an der Weseler Straße der Grenzwert für Stickoxide überschritten. Dass die Luftqualität an der Messstation Bült deutlich besser war, ist nur ein schwacher Trost – denn Münster ist eine von 28 Städten und Regionen in Deutschland, in denen die Stickstoff-Grenzwerte regelmäßig überschritten werden. Das hatte die EU erst vor ­wenigen Monaten offiziell festgestellt.

Hauptverursacher sind Dieselfahrzeuge: „Selbst re­lativ neue Dieselfahrzeuge stoßen erhebliche Stickstoffemissionen aus“, so die Bezirksregierung Münster am Montag. Nach Auskunft des Kraftfahrtbundesamtes sind in Münster 56 000 Dieselfahrzeuge angemeldet, darunter 48 000 Pkw (Stand 2016). Droht ihnen demnächst ein Fahrverbot?

Keine Fahrverbote in Münster

Klare Antwort: Nein. „Derzeit gehen Stadt Münster und Bezirksregierung davon aus, dass spätestens 2018 der Grenzwert für Stickoxide an allen Messstationen in Münster eingehalten werden kann“, unterstreicht die Bezirksregierung. „Dazu bedarf es nach hiesiger Einschätzung keiner Fahrverbote.“

Stickstoffbelastung geht zurück

Zumal sich bereits seit Längerem eine Verbesserung der Situation abzeichne. So ging die Stickstoffbelastung an der Messstation am Bült zwischen 2010 und 2016 von 54 auf 42 Mikrogramm zurück – der Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm. An den anderen drei Messstationen (Weseler und Steinfurter Straße, Geist) wird der Grenzwert laut Stadt schon seit Jahren eingehalten.

Im Rahmen eines Luftreinhalteplans hatte die Stadt eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht. So wurde die Innenstadt zur Umweltzone erklärt, seitdem dürfen nur noch Fahrzeuge mit grüner Umweltplakette in die Altstadt fahren. Und die Stadtwerke rüsten immer mehr – zuvor schadstoffintensive – Busse auf Elektroantrieb um.

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