Joachim Sommer ist seit 40 Jahren im Dienst der Ausländerarbeit
„Ich kann nicht nichts tun“

Münster -

Fast könnte man sagen, dass Joachim Sommer ein Jubiläum feiert: Seit 40 Jahren kümmert sich der Münsteraner um in Münster lebende Ausländer.

Mittwoch, 02.08.2017, 11:00 Uhr
Joachim Sommer von der Bürgerstiftung
Joachim Sommer von der Bürgerstiftung Foto: kb

Aber es ist kein offizielles Jubiläum, denn die Zusammenarbeit erfolgte in verschiedenen Zusammenhänge: Erst arbeitete Sommer 36 Jahre lang in der „Brücke“, dem internationalen Zentrum der Universität Münster. Nach seiner Pensionierung 2013 kam er immer mehr mit der Bürgerstiftung Münster in Berührung, organisierte 2014 den Bürgerpreis-Wettbewerb zum Thema „Internationales Engagement“ und rückte 2015 zum ehrenamtlichen Geschäftsführer der Bürgerstiftung auf. Die Stiftung ist nach Sommers Worten „sehr eng mit der Flüchtlingsarbeit verbunden“.

Für seine neue Leidenschaft gibt es zunächst einmal ganz einfache Erklärung: „Ich kann nicht nichts tun“, so der unruhige Ruheständler beim Gespräch mit unserer Zeitung. Darüber hinaus war für ihn bei der Pensionierung klar: „Ich wollte auch weiterhin mit Ausländern zu tun haben.“

In einer Stadt mit einer ausländerfreundlichen Grundstimmung leben zu dürfen, hält er für ein Stück Lebensqualität. Deswegen wehrt er sich auch dagegeben, die Flüchtlingskrise des Jahres 2015 ausschließlich als Belastung zu betrachten. Speziell in Münster habe die Zuwanderung von Menschen aus Kriegsgebieten wie Syrien „auch Positives“ in der Bevölkerung zu Tage gebracht. Der berühmte Spruch der Kanzlerin, „Wir schaffen das“, hätte nie funktioniert „ohne die vielen Ehrenamtlichen und das riesige Engagement, das da freigesetzt wurde“.

Ohnehin ist Engagement für ihn ein Schlüsselbegriff. Wer selbst vom Engagement anderer profitiere, „muss auch was zurückgeben“, so seine Lebensmaxime. In seiner Funktion als Stiftungs-Geschäftsführer hat Sommer nach eigenem Bekunden eine „beeindruckende Beobachtung“ gemacht: „Die Ehrenamtlichen kommen überwiegend aus der gesicherten Mitte unserer Gesellschaft.“

Will sagen: Wer diese Mitte aufgibt, stärkt nicht nur die politischen Ränder, sondern gefährdet auch eine funktionierende Zivilgesellschaft. Und genau dafür engagiert sich Joachim Sommer jetzt seit 40 Jahren – erst in seiner beruflichen Funktion, jetzt in seinem Ehrenamt.

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