Internationale Jugendgruppe erlebt einen Friedenstag
Erste Begegnung mit dem Löwen von Münster

Münster -

40 Jugendliche stehen vor der Büste des seligen Kardinal Clemens Graf von Galen im St.-Paulus-Dom in Münster. Ein Sprachen-Mix erklingt: Auf Deutsch, Griechisch und Ukrainisch erklären Kaplan Stepan Sharko und zwei Dolmetscher parallel, warum der frühere Bischof von Münster ein Friedenskämpfer war. Viele der Jugendlichen hören das erste Mal vom „Löwen von Münster“.

Mittwoch, 02.08.2017, 22:00 Uhr
Rund 80 Jugendliche aus sechs Nationen verbrachten einen Tag zum Thema Frieden in Münster. Im Mittelpunkt stand der selige Kardinal von Galen, dessen Büste und Grab die Jugendlichen im St.-Paulus-Dom besuchten.
Rund 80 Jugendliche aus sechs Nationen verbrachten einen Tag zum Thema Frieden in Münster. Im Mittelpunkt stand der selige Kardinal von Galen, dessen Büste und Grab die Jugendlichen im St.-Paulus-Dom besuchten. Foto: pbm

Sie und eine weitere Gruppe nehmen teil an einer internationalen Jugendbegegnung des Vereins „Europa bewegen“, die 14 Tage lang im Haus Niedermühlen im Westerwald stattfindet. Weil das Thema in Anlehnung an den kommenden Katholikentag in Münster „Suche Frieden“ lautet, ist laut Pressemitteilung ein Tagesausflug in die Friedensstadt gesetzt.

Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren aus Polen, Weißrussland, Ukraine, Lettland, Griechenland und Deutschland erkunden zunächst die Stadt, dann den St.-Paulus-Dom. Zeit zum Einkaufen und zum Erleben der Stadt bleibt anschließend auch noch.

Münster ist wie ein Märchen

„Münster ist wie ein Märchen“, schwärmt Sofia Symyuta aus der Ukraine. Die 16-Jährige nimmt zum ersten Mal an der Begegnung teil, in Münster war sie noch nie. „Es erinnert mich ein bisschen an die Altstadt meiner Heimatstadt Kiew“, sagt sie. Auch über Kardinal von Galen hat sie vorher noch nicht viel gehört. „Es ist beeindruckend, wie mutig er für seinen Glauben, für Gerechtigkeit und Frieden gekämpft hat“, sagt sie nach der Domführung, die die Jugendlichen auch zum Grab des Seligen geführt hatte.

Frieden schätzen lernen

Wie Sofia hat auch Malin Reese aus Bottrop in den vergangenen Monaten häufig über Krieg und Frieden nachgedacht. „Wenn man von den schrecklichen Anschlägen hört, bekommt man schon etwas Angst“, sagt die 13-Jährige. Die friedliche Situation in ihrem Heimatland sei vorher für die Schülerin selbstverständlich gewesen. „Das ist es jetzt nicht mehr.“ Sofia aus der Ukraine lebt in einem Land, in dem seit einigen Jahren bewaffnete Konflikte ausgetragen werden. „Man lernt den Frieden zu schätzen und versteht erst jetzt, wie wertvoll Frieden ist“, sagt sie.

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