„Lebenshaus“ kauft Urnengrabstelle auf dem Zentralfriedhof
Hier wird niemand vergessen

Münster -

Wenn Menschen im Hospiz sterben, hinterbleiben nicht immer Angehörige, die sich um eine Beerdigung kümmern können. Die Verstorbenen werden dann durch das Ordnungsamt in anonymen Gräbern beigesetzt. Das war bisher auch bei den Gästen des Hospizes „Lebenshaus“ der Fall. Hospizleiter Franz-Josef Dröge stellte nun das neu errichtete Urnengemeinschaftsgrab auf dem Zentralfriedhof vor.

Freitag, 04.08.2017, 11:00 Uhr
Das Hospiz „Lebenshaus“ hat auf dem Zentralfriedhof eine Grabstelle erworben, in der Hospizgäste beigesetzt werden sollen, um deren Bestattung sich niemand kümmern kann.
Das Hospiz „Lebenshaus“ hat auf dem Zentralfriedhof eine Grabstelle erworben, in der Hospizgäste beigesetzt werden sollen, um deren Bestattung sich niemand kümmern kann. Foto: Matthias Ahlke

„Jeder Mensch hat einen würdevollen Abschied verdient“, betont er. Dabei sei es wichtig, dass jeder Einzelne individuell beigesetzt werden kann und ein Ort bleibe, an dem die Verstorbenen sichtbar mit Kennung verzeichnet sind. Von den insgesamt 150 bis 180 jährlichen Toten im Hospiz „Lebenshaus“ haben vier bis sechs Menschen keine bestattungspflichtigen Angehörigen. „Sie wurden bislang anonym auf dem Waldfriedhof Lauheide im Rahmen einer gemeinschaftlichen Bestattungsfeier beigesetzt“, erklärt Franz-Josef Dröge.

Damit ist jetzt Schluss, zumindest für die Verstorbenen des Hospizes „Lebenshaus“. Seit der Vorstellung des Urnengemeinschaftsgrabes ist eine individuelle Beerdigung möglich, betont die Hospizleitung. Die Grabstelle wird mit kleinen Tafeln geschmückt, auf denen Name, Geburts- und Sterbejahr verewigt sind.

"Es wird niemand vergessen"

Ob Angehörige, die keine Beisetzung ermöglichen konnten, oder Nachbarn und Mitarbeiter des Hospizes – für alle Besucher des Friedhofs kann an der Urnengemeinschaftsgrabstelle an die Toten gedacht werden. Gaby Brüggemeier vom Förderverein Hospiz Lebenshaus betont: „Es wird niemand vergessen, der hier begraben ist.“ Finanziert wurde der Erwerb der Grabstelle durch den Förderverein, der auch für die weitere Pflege aufkommen wird, wie die Verantwortlichen am Donnerstag versprachen.

Der Geschäftsführer der Zentralfriedhofskommission, Dr. Ralf Hammecke, war von der Idee einer gemeinsamen Grabstätte begeistert und stimmte schnell zu, so das Hospiz. Alle Beteiligten hoffen, mit einem solchen Urnengrab ein gesellschaftliches Zeichen setzen zu können: „Wir wünschen uns, dass wir damit ein Signal setzen, das noch viele Nachahmer finden wird“, betont Dröge.

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