Virtueller Rundgang auf dem Messestand
Mit einem Schritt in New York

Münster -

Vera heißt eine neue Mitarbeiterin des Messebauers „Schendel & Pawlaczyk“. Diese erlaubt den Kunden, in Sekunden die reale Welt zu verlassen und den virtuellen Messestand zu besuchen.

Freitag, 04.08.2017, 12:00 Uhr
New York bei Nacht
New York bei Nacht Foto: Uwe Wahlbrink

New York bei Nacht: der Broadway, das Empire State Building, viele Wolkenkratzer – die abendliche Kulisse der Metropole ist beeindruckend. Gerade noch in Münster – und einen Schritt weiter schon in der Weltstadt. „Vera“, die neue Mitarbeiterin von „Schendel & Pawlaczyk“ in Münster, macht diesen Besuch möglich. „Vera“ integriert einen 3D-Stand des Messebauunternehmens aus Münster in die virtuelle Realität.

Natürlich würde eine solche Reise von Münster nach New York länger dauern als nur diesen einen Schritt vor den Monitor des Messebauers. Eine Spezialbrille, zwei Infrarotkameras und ein Hochleistungsserver mit der entsprechenden Software bringen Bewegung in die virtuelle Welt.

Michael Heming, Leiter Planung und Projektverantwortlicher für VeRa bei Schendel & Pawlaczyk, schwärmt von der modernen VR-Technologie (Virtual Reality). „Vera“ nennt das Team mit kollegialem Augenzwinkern seine Entwicklung. Das System basiere eigentlich auf einer Software für Computerspiele, erklärt Heming. „Wir haben sie für unsere Bedürfnisse weiterentwickelt und daraus ein echte Planungshilfe entstehen lassen“, erklärt er.

Virtual Reality auf der Düsseldorfer Fachmesse

Das Gefühl, mitten in New York zu stehen, ist täuschend echt. Dabei handelt es sich aber um die 3-D-Stand-Darstellung des eigenen Firmenstandes, den das münsterische Unternehmen erstmals auf der Euroshop in Düsseldorf getestet hat. Die Fachmesse für Messebauer findet alle vier Jahre statt.

Premiere und Selbsttest sind geglückt, berichtet Heming. „Damit bewegen sich unsere Kunden unbefangen auf dem virtuellen Messestand. Sie sehen, ob Tische und Stühle an der richtigen Stelle stehen. Ob die Laufflächen groß genug sind oder eine zweite Standebene vorteilhaft wäre.“

In der Vergangenheit, erklärt Michael Heming, kamen solche Veränderungswünsche manchmal erst kurz vor Messebeginn auf den Tisch. Mit „Vera“ lassen sich die Erwartungen der Kunden früher umsetzen. Ihnen wird ein Rundgang auf dem neu konzipierten Messestand ermöglicht, bevor dieser überhaupt gebaut wird. „Daraus wächst die Anforderung an die Planung“, sagt der Innenarchitekt.

Anfassen erlaubt

So genannte Touch-Controller erlauben es dem „Brillenträger“ auch, je nach Lust und Laune im virtuellen Raum wie von Zauberhand Möbel zu verrücken. Tonnenschwere Tische lassen sich an den richtigen Ort verschieben. In der Vergangenheit waren dafür rund 30 bis 40 Bilder notwendig, um dem Kunden einen Stand aus allen Perspektiven vorzustellen. Früher wurden viele Pläne gezeichnet und dann erst umgesetzt.

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Heute ist der Kunde mitten im Geschehen, sobald er sich die Brille aufgesetzt hat und den Joystick bedient. Dann verlässt er die reale Welt. Wer einen doppelstöckigen Stand geplant hat, nimmt die Treppe nach oben und macht auch dort seinen Testrundgang.

Ralf Meyer von Schendel & Pawlaczyk betont: „Vera vermittelt zusätzlich Raumgefühl, Nähe und Distanz – eine nahezu reale Standbegehung.“

Die innovative Technik hilft bei der Entscheidungsfindung. „Messekonzepte verlangen großes Einschätzungs- und Vorstellungsvermögen. Die Technik von Vera ist schnell. Sie übermittelt 60 Bilder pro Sekunde in Echtzeit.

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