Pro & Contra
Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge in Münster

Münster -

Reicht ein Software-Update aus, um Diesel-Autos sauberer zu machen? Umweltexperten sind skeptisch – sie halten Fahrverbote nicht für ausgeschlossen. Droht auch Münster ein Verbot?

Samstag, 05.08.2017, 14:54 Uhr
Pro & Contra: Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge in Münster

Pro: Es geht um Gesundheit

Auch nach dem Diesel-Gipfel sind Fahrverbote für Dieselfahrzeuge nicht vom Tisch. Ob und wann es sie geben wird, ist jedoch nach wie vor unklar. Für die Stadtverwaltung steht bereits jetzt fest: In Münster wird es nicht so weit kommen, die am Bült gemessenen – derzeit noch zu hohen – Schadstoffwerte werden schon bald unter die zulässige Höchstgrenze fallen.

Sollte sich diese Prognose als falsch erweisen, könnte Münster, früher oder später, durchaus ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge drohen. Sicher, ein solcher Schritt würde für einen Teil der Autofahrer Härten mit sich bringen. Auf der anderen Seite steht der Nutzen für die Allgemeinheit. Weniger Stickoxide – sie reizen Atemwege, können zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen, belasten die Umwelt – werden für eine bessere Luft in der City sorgen. Dagegen zu argumentieren hieße, die negativen Folgen der Schadstoffe zu verharmlosen.

Wer Fahrverbote verhindern will, muss jetzt den Kampf gegen die Schadstoffe intensivieren – so wie es die Stadtwerke mit dem sukzessiven Austausch ihrer Dieselbusse beispielhaft vormachen.

 Martin Kalitschke

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Contra: Immer neue Vorschriften

Schon wieder drohen neue Vorschriften. Diesmal soll es die älteren Dieselfahrzeuge betreffen. Die Regelungswut rollt mal wieder durchs Land – und würde auch Münster empfindlich treffen: Handel, Betriebe und Bewohner. 

Nichts spricht gegen einen geringeren Ausstoß von Stickoxiden, wohl aber gegen noch mehr Vorschriften und vor allem gegen unklare Verhältnisse. Blaue Plakette, grüne Plakette . . . Fahrer von Dieselfahrzeugen sind verunsichert. Erst gibt es Zuschüsse zum Kaufanreiz eines solchen Fahrzeugs, dann wird die Rote Karte gezeigt. Würde in Münster ein Fahrverbot für ältere Dieselfahrzeuge eingeführt, dann müssten unter anderem viele Lieferanten, Fahrzeuge von Handwerksbetrieben sowie Transporter von Paketdiensten ihre Fahrten einstellen.

Dann wäre die Innenstadt mit weniger Emissionen belastet, aber sie könnte auch bald schließen. Münster ist nun mal keine Weltstadt, in die man selbstverständlich mit einer U-Bahn fährt, Münster ist „nur“ ein Oberzentrum und punktet damit, dass Besucher die Stadt fußläufig und bequem erreichen können.

Gabriele Hillmoth

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