Bahntrasse Münster-Lünen
Offen ist die Zahl der Kilometer

Münster -

Der Stoßseufzer beim Anruf des Staatssekretärs am späten Nachmittag war unüberhörbar. „Ach ja, Münster und der Gleisausbau“, entfuhr es Enak Ferlemann aus dem Berliner Verkehrsministerium.

Donnerstag, 10.08.2017, 09:00 Uhr
Enak Ferlemann (l.) verkündete an der Seite von Bischof Genn und Oberbürgermeister Lewe (r.) bei der Bahnhofseröffnung im Juni, dass die Bahnstrecke nach Lünen ausgebaut wird.
Enak Ferlemann (l.) verkündete an der Seite von Bischof Genn und Oberbürgermeister Lewe (r.) bei der Bahnhofseröffnung im Juni, dass die Bahnstrecke nach Lünen ausgebaut wird. Foto: Oliver Werner

In Münster kochte derweil die Gerüchteküche schon wieder hoch. War Ferlemanns medienwirksame Ankündigung, das Bahngleis zwischen Münster und Lünen werde noch in diesem Jahr in die höchste Dringlichkeitsstufe aufgenommen, nur eine „Luftnummer“, wie die SPD am Mittwoch mutmaßte?

Oder hatte der Staatssekretär das (politisch motivierte) Ergebnis einer Prüfung vorweggenommen, ohne das Ende der Prüfung abzuwarten?

Auf jeden Fall teilte Enak Ferlemann jüngst in Reaktion auf eine Anfrage von SPD-Bundestagsabgeordneten, darunter der Münsteraner Christoph Strässer, in einem Brief mit, dass in der Angelegenheit bis Ende des Jahres noch eine Prüfung laufe. Prompt stand er in der Kritik.

Der Bahnhof ist eröffnet

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  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
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„Beide Äußerungen von mir sind richtig“, hielt der Staatssekretär auf Anfrage unserer Zeitung fest – und erklärte sodann den vermeintlichen Widerspruch.

Also: In die höchste Dringlichkeitsstufe wird ein Verkehrsprojekt nur dann aufgenommen, wenn die zu erwartenden Kosten in einem annehmbaren Verhältnis zu dem volkswirtschaftlichen Nutzen stehen. Das war, allen Beteuerungen von Politikern und Wirtschaftsvertretern der Region zum Trotz, bei der 42 Kilometer langen Bahntrasse Münster – Lünen bislang nicht der Fall.

Da aber am Ende auf jeden Fall die Wirtschaftlichkeit – und damit perspektivisch auch die Planung der Trasse und ein Baubeginn – stehen sollen, rechnen die Experten des Verkehrsministeriums derzeit durch, wie viele der 42 Bahnkilometer ein zweites Gleis bekommen können, ohne das Ziel der Wirtschaftlichkeit und damit die dringend erforderliche Höherstufung zu verpassen.

Nadelöhr im Bahnverkehr

Will sagen: Das „Ja“ des Ministeriums zur höchsten Dringlichkeitsstufe steht bereits fest, nicht aber die Zahl der neuen Bahnkilometer.

Laut Enak Ferlemann wird der Anteil der zweispurigen Trassenteile ausreichend sein, um auch bei höheren Geschwindigkeiten einen Begegnungsverkehr zwischen den Zügen ermöglichen zu können. Dies um so mehr, „als hier kein Güterverkehr unterwegs ist“.

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Kommentar

Der Spatz in der Hand

Wie kann man den Bau einer Bahntrasse ankündigen, wenn man genau weiß, dass sie – gemessen am Nutzen – eigentlich zu teuer ist und deswegen gar nicht genehmigt werden darf? Diese Frage trieb viele münsterische Politiker und Bahnexperten um, seitdem der Staatssekretär Enak Ferlemann im Juni öffentlichkeitswirksam bei der Eröffnung des münsterischen Hauptbahnhofs den Ausbau des Gleises Münster – Lünen, konkret die Planung und Finanzierung, in Aussicht stellte. Jetzt lüftete der CDU-Staatssekretär das Geheimnis. Nicht alle 42 Kilometer auf der Trasse werden zweigleisig, sondern exakt so viele, wie die Wirtschaftlichkeit zulässt. Will sagen: Um das „Ja“ des Bundes abzusichern, bleibt die Kilometerzahl variabel. Münster und das Münsterland bekommen nicht so viel, wie sie vielleicht erhofft haben. Aber sie bekommen auf jeden Fall etwas und gehen nicht leer aus. (Klaus Baumeister)

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