AWM startet „Aktion Biotonne“
30.000 Euro teure Kampagne gegen Plastik im Bio-Müll

Münster -

Im Bioabfall landet zu viel Plastik, jährlich sind es rund 1600 Tonnen. Die Abfallwirtschaftsbetriebe starten nun eine Informationskampagne zur richtigen Mülltrennung. Für die braune Tonne gibt es Aufkleber.

Donnerstag, 10.08.2017, 21:00 Uhr aktualisiert: 10.08.2017, 21:39 Uhr
Bioabfall wird im Entsorgungszentrum der AWM in Coerde nach der Anlieferung in der Behandlungsanlage zu Kompost umgewandelt. Plastik muss aufwendig aussortiert werden,weil er nicht in den biologischen Müll gehört.Neue Kampagne: v.l. Manuela Feldkamp, Patrick Hasenkamp und Mario Beutel von den AWM.
Bioabfall wird im Entsorgungszentrum der AWM in Coerde nach der Anlieferung in der Behandlungsanlage zu Kompost umgewandelt. Plastik muss aufwendig aussortiert werden,weil er nicht in den biologischen Müll gehört.Neue Kampagne: v.l. Manuela Feldkamp, Patrick Hasenkamp und Mario Beutel von den AWM. Foto: hpe

„Münster, wir haben da ein Problem“, meldet die Zentrale der Abfallwirtschaftsbetriebe, AWM. Das Problem sind 1600 Tonnen Plastiktüten, Schuhe, Restmüll, Joghurtbecher, Schälmesser und angeblich kompostierbare Folienbeutel, die Münsters Bürger jährlich in ihren insgesamt 45.000 Biotonnen entsorgen. Immerhin ein „Störstoffanteil“ von zehn Prozent am gesamten Bioabfall von 16.000 Tonnen, der 2016 in der AWM-Behandlungsanlage für Bio- und Grünabfälle landete.

"Nachhaltige Verhaltensänderung"

Mit einer rund 30.000 Euro teuren Informationskampagne wollen die AWM nun „eine nachhaltige Verhaltensänderung erzielen“, so AWM-Chef Patrick Hasenkamp. Denn trotz hochmoderner Technik im Entsorgungszentrum bleiben Plastikfetzen im Biomüll, der eigentlich zu hochwertigem Kompost verarbeitet werden soll, zurück. Und weil Bioabfälle fälschlicherweise oft in der Restmülltonne landen, ist die Umwandlung der Biogase über das Blockheizkraftwerk in Strom und Wärme nicht so effizient, wie gewünscht.

Zum Start der „Aktion Biotonne“ bringen AWM-Helfer auf allen braunen Tonnen einen Aufkleber „Kein Plastik“ an. An 120 Bushaltestellen werden Poster mit Boulevard-Schlagzeilen wie „Mann aus Handorf gesteht: Ich habe Plastiktüten verwendet“ oder „Frau aus Mauritz gibt zu: Ich habe Bioabfälle nicht getrennt“ platziert. Geplant sind auch Postwurfsendungen an alle Haushalte. In der Broschüre steht auch genau drin, was in die Biotonne darf: Beispielsweise Gemüsereste, Speiseabfälle, Garten- und Obstreste, Pflanzenteile, schimmeliger Joghurt ohne Becher, abgenagte Knochen, hartes Brot, sauerer Eintopf.

In Münsters Kneipen werden Gratis-Postkarten ausgelegt. Dort kann man ankreuzen: Ich trenne a) meinen Biomüll, b) mich von Dir oder c) super Eier.

Strafe bei falschem Trennen

Ab September kann man sich zudem für knapp zehn Euro Plastikbehälter, die „Biotoni“ heißen, zur Trennung direkt in der Küche kaufen. Auch „durchsuppsichere“ Bioabfall-Papiertüten im Zehnerpack für 1,49 Euro soll es geben.

Bis Mitte 2018 wollen die AWM dann beobachten, ob sich die Quote des Störstoffanteils deutlich reduziert. Wer dann immer noch falsch trennt, muss mit Kontrollen der Tonne rechnen. Dann gibt es bei Verstößen erst die „gelbe Karte“. Als letzte Maßnahme folgt ein roter Zettel, dann bleibt die Tonne ungeleert stehen.

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