Fr., 25.08.2017

„Wohnen für Hilfe“ 60 Studenten wollen Senioren helfen – und bei ihnen wohnen

Erwin Stroot sucht Senioren für das Projekt „Wohnen für Hilfe“.

Erwin Stroot sucht Senioren für das Projekt „Wohnen für Hilfe“. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Erwin Stroot, der mit seiner Frau ehrenamtlich das bewährte Modell „Wohnen für Hilfe“ betreut, sucht zum beginnenden Wintersemester händeringend Unterkünfte für 60 Studierende bei Senioren.

Von Maria Meik

Bald geht das Wintersemester los – und Erwin Stroot rauft sich die Haare. Händeringend sucht der Vorsitzende des Seniorentreffs Hansahof für 60 Studierende Wohnunterkünfte bei älteren Herrschaften. „Ich habe Bewerbungen aus Deutschland, Europa und Afrika“, sagt Stroot, der mit seiner Frau Ursula das Projekt „Wohnen für Hilfe“ ehrenamtlich managt und auch Auszubildende unter den Bewerbern hat.

Win-Win-Situation für Studierende und Senioren

Während 2016 rund 25 Studierende vermittelt werden konnten, sind es in diesem Jahr bislang nur 13. „Wohnen für Hilfe“ soll eine Win-Win-Situation bewirken. Die Studierenden übernehmen Tätigkeiten im oder ums Haus, können fleißig studieren und wohnen kostenlos oder kostengünstig. Älteren Menschen wird das Leben erleichtert, beispielsweise, wenn es zu schwer wird, die Einkäufe nach Hause zu schleppen, den Rasen zu mähen, Fenster zu putzen, Staub zu saugen, mit dem Hund Gassi zu gehen oder bei sonstigen Tätigkeiten, die im Haushalt anfallen. Zudem dürfte es auch allein stehenden Senioren zusagen, einen jungen Menschen im Haus oder in der Wohnung zu wissen, mit dem man sich unterhalten kann. „Wohnen für Hilfe“ schließt die Pflege komplett aus.

Beide Parteien müssen gut zueinander passen

„Alte Leute warten zu lange, bis sie sich das Leben auf diese Art erleichtern. Dabei ist es doch eine Bereicherung, jemanden in den eigenen vier Wänden zu wissen, der einem gut tut und gewisse Arbeiten abnimmt“, berichtet Stroot. Bei der Vermittlung achtet er darauf, dass Studierende und Senioren harmonieren und zueinander passen.

Das Modell „Wohnen für Hilfe“ gibt es in 20 Städten und war nach Auskunft von Stroot ehemals bei der Stadt Münster angesiedelt, bis es aus finanziellen Gründen eingestellt wurde. Seit 2009 kümmert sich das Ehepaar Stroot um diese vermittelnde Aufgabe.

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„Wen hole ich mir da bloß ins Haus?“ Stroot versteht die anfängliche Skepsis von Senioren, wenn sie sich auf diese Wohnform einlassen. Doch er gibt zu bedenken, „dass fremde Kinder auch aus gutem Hause kommen und genauso gut wie die eigenen Kinder sind“.

Senioren, die bereit sind, junge Menschen aufzunehmen, sollten sich mit Erwin Stroot in Verbindung setzen, Telefon 29 49 07, E-Mail: e.stroot@gmx.de.



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