Bundestagswahl
Plakatschlacht tobt auf jedem Meter

Münster -

Vier Wochen vor der Bundestagswahl tobt an Münsters Hauptverkehrsstraßen die Plakatschlacht. Kaum ein Baum oder eine Laterne ist noch frei von  einer mehr oder minder einprägsamen Parteien-Botschaft. Verstöße sind bislang selten, so das Ordnungsamt.

Montag, 28.08.2017, 20:00 Uhr aktualisiert: 28.08.2017, 20:19 Uhr
Man sieht die Stämme vor lauter Plakaten kaum noch auf Münsters Straßen. Wie hier am Niedersachsenring gibt es für Passanten zahlreiche Botschaften. Mit den Plakaten sollen vorrangig Wähler erreicht werden, die sich in den Medien weniger oder gar nicht über die aktuelle Politik informieren wollen.
Man sieht die Stämme vor lauter Plakaten kaum noch auf Münsters Straßen. Wie hier am Niedersachsenring gibt es für Passanten zahlreiche Botschaften. Mit den Plakaten sollen vorrangig Wähler erreicht werden, die sich in den Medien weniger oder gar nicht über die aktuelle Politik informieren wollen. Foto: hpe

Der Albersloher Weg ist zwischen Hafenstraße und Osttor rund sechs Kilometer lang. Auf dieser Strecke gibt es aktuell 372 Wahlbotschaften zu lesen.

Der Linke Hubertus Zdebel grüßt mit einem Megafon in der Hand und der Botschaft „Menschen vor Profite“, die Grünen meinen, „Umwelt ist nicht alles, aber ohne Umwelt ist alles nichts“. Der Liberale Jörg Berens fordert „Mit Sicherheit mehr Freiheit“, die MLPD „Erzeugerpreise rauf, Verbraucherpreise runter“.

Dazwischen die Spitzenkandidaten Sybille Benning (CDU) und Robert von Olberg (SPD), teilweise auf Großplakaten, aber auch lächelnd im kleinen Format. Spezielle Aussagen oder Wählerversprechen dazu gibt es allerdings nicht.

Wenn Radfahrer Plakaten ausweichen müssen, können sie das melden

Vier Wochen vor der Bundestagswahl tobt die Plakatschlacht besonders in Münsters großen Straßenzügen, und so manche Botschaft hängt ziemlich nahe an Kreuzungen, ist an Bäumen fixiert oder in Kurven platziert. Besonders Radfahrer müssen oft ausweichen.

Eigentlich klare Verstöße gegen die Auflagen zur „Sondernutzung an öffentlichen Straßen im Stadtgebiet“, die alle Parteien vom Ordnungsamt mit der Erlaubnis zum Aufstellen der Plakate bekommen haben. Dennoch gibt es bislang kaum Beschwerden, so das Ordnungsamt.

Der Service- und Ordnungsdienst überprüft alle eingehenden Meldungen. „Wenn ein sofortiges Einschreiten aus Gründen der Verkehrssicherheit erforderlich ist, wird das Plakat entfernt“, so Norbert Vechtel vom Ordnungsamt.

Ärgernis für alle: viele Plakate werden zerstört

Parteiübergreifend grämen sich die Wahlkampfmanager über die hohe Zahl an zerstörten oder gestohlenen Plakaten. „Ärgerlich für die ehenamtlichen Wahlkämpfer und ein wirtschaftlicher Schaden“, so der CDU-Kreisgeschäftsführer Christoph Brands. 1500 Plakate tragen die Unions-Botschaft, dazu kommen 54 XXL-Formate. Rund 30 Prozent weniger als bei der vergangenen Bundestagswahl.

Besonders auffällig ist ein CSU-Plakat am Schlossplatz, obwohl diese Partei ja nur in Bayern angekreuzt werden kann. „Wir waren es nicht. Da ist offensichtlich ein CSU-Fan tätig geworden“, so Brands. Die Freien Demokraten bringen es auf 3600 Plakate, viele davon zeigen den Landesvorsitzenden Christian Lindner mit Botschaften wie „Jetzt wieder verfügbar, Wirtschaftspolitik“. Die Linken haben rund 2500 Euro in 2000 Plakate und zwölf Großflächen investiert.

SPD erwägt Nachbestellung von Wahlplakaten

Die SPD hat 1000 Kandidatenplakate für Robert von Olberg aufgehängt, dazu kommen 1000 Themen- und Martin-Schulz-Plakate sowie 50 XXL-Formate. „Wegen der Beschädigungen und vieler verschwundener Plakate ziehen wir eine Nachbestellung in Erwägung“, so SPD-Unterbezirksgeschäftsführerin Katharina Biegi.

Bei den Grünen sind gut 500 Plakate auf Dreierständern geheftet oder an Laternen gehängt worden. Dazu kommen 28 Großplakate. Wahlkampfmanagerin Anke Pallas schätzt die Kosten auf rund 10 000 Euro.

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