Diskussionsrunde mit Bundestagskandidaten
Bundestagswahl: Premieren-Debatte im Sechser-Pack

Münster -

Premiere im laufenden Bundestags-Wahlkampf: Erstmals trafen die sechs aussichtsreichsten Direktkandidaten für Münster in einer Diskussionsrunde aufeinander. Dazu eingeladen hatte Bernd Adamaschek für den Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW). Beim Thema Verkehr schlugen die Wogen plötzlich hoch, als der Ausbau der Bahnstrecke Münster-Lünen Erwähnung fand.

Freitag, 01.09.2017, 07:04 Uhr aktualisiert: 01.09.2017, 13:47 Uhr
Politiker-Diskussion beim Bundesverband Mittelständische Wirtschaft im Hotel Mövenpick (v.l.): Sybille Benning (CDU), als Moderator Chefredakteur Dr. Norbert Tiemann, Robert von Olberg (SPD), Maria Klein-Schmeink (Grüne), Bernd Adamaschek (BVMW Münster), Jörg Berens (FDP), Hubertus Zdebel (Die Linke) und Martin Schiller (AfD)
Politiker-Diskussion beim Bundesverband Mittelständische Wirtschaft im Hotel Mövenpick (v.l.): Sybille Benning (CDU), als Moderator Chefredakteur Dr. Norbert Tiemann, Robert von Olberg (SPD), Maria Klein-Schmeink (Grüne), Bernd Adamaschek (BVMW Münster), Jörg Berens (FDP), Hubertus Zdebel (Die Linke) und Martin Schiller (AfD) Foto: Matthias Ahlke

Maria Klein-Schmeink (Grüne), Robert von Olberg (SPD) und Jörg Berens (FDP) kritisierten massiv den Jubel der CDU über die Ankündigung des Staatssekretärs Ferlemann zum Ausbau dieser Bahnstrecke. Ferlemann habe den zweigleisigen Ausbau, für den die Region seit Jahren kämpft, suggeriert, rudere nun aber Stück für Stück zurück, so Klein-Schmeink.

Bis heute sei nicht einmal der Teilausbau gesichert, legte von Olberg nach. Ein Teilausbau, den Klein-Schmeink als „Frickel-Kram“ bezeichnete, weil er auf dieser zentralen Fernverkehrs-Achse lediglich das Verspätungs-Problem löse, einen zusätzlichen Taktverkehr aber eben nicht zulasse.

Weitgehend einig war sich die Runde darin, dass die Kriterien für eine Wirtschaftlichkeitsberechnung dringend überarbeitet werden müssten. „Die kommen doch aus anno tuck“, erntete Klein-Schmeink weitgehend Zustimmung. So müsse zum Beispiel im Vergleich zu heute die Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene Berücksichtigung finden.

Sybille Benning stellte in der Diskussion klar, dass auch die CDU weiter den zweigleisigen Ausbau der Strecke fordere. „Aber natürlich freuen wir uns darüber, dass das Vorhaben nun überhaupt in die höchste Prioritätsstufe aufgenommen wird, wo es vorher nicht war.“

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Natürlich standen in der gut zweistündigen Diskussion Wirtschaftsthemen im Vordergrund. Fahrverbote für Dieselfahrzeuge wurden durch die Bank abgelehnt, alle Kandidaten sehen aber die Autokonzerne in der Pflicht, die Fahrzeuge entsprechend nachzurüsten.

Große Einigkeit auch beim Thema Digitalisierung und Breitbandausbau – was Bernd Adamaschek zu dem eindringlichen Appell veranlasste, den Worten nun auch endlich Taten folgen zu lassen.

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