Giora Feidman auf Gut Havichhorst in Sudmühle
Beatles innig interpretiert

Münster -

Auch mit über 80 Jahren ist die Ausstrahlung des charismatischen Giora Feidman ungebrochen, seine musikalische Neugierde überrascht selbst eingefleischte Fans.

Freitag, 01.09.2017, 19:52 Uhr aktualisiert: 02.09.2017, 12:15 Uhr
Westfälisches Ambiente für Giora Feidman und das Rastrelli Cello Quartett
Westfälisches Ambiente für Giora Feidman und das Rastrelli Cello Quartett Foto: Axel Engels

Auch mit über 80 Jahren ist die Ausstrahlung des charismatischen Giora Feidman ungebrochen, seine musikalische Neugierde überrascht selbst eingefleischte Fans. Wer den Klarinettisten mit seinem Programm „Feidman plays Beatles“ bei seinem Konzert in Münsters H1 verpasst hatte, konnte ihn zusammen mit dem Rastrelli Cello Quartett und dem Jerusalem-Duo am Donnerstag im Ambiente des Gut Havichhorst in Sudmühle erlebten.

Mit seiner natürlichen Art hatte Feidman schon vor dem ersten Ton von „Sergeant Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ erobert. Obwohl sein Klezmer-Vibrato jederzeit spürbar war, so waren es die eher sanften Klänge, in die er die Songs der Musiker aus Liverpool kleidete. Balladen wie „Michelle“, „Yesterday“, „Fool on The Hill“ und „Norwegian Wood“ hat man wohl noch nie so zart und innig gehört wie bei diesem ausverkauften Konzert.

Wenn Giora Feidman vor der Pause als Zugabe „When I’m Sixty-Four“ intonierte, war dies nicht nur sprachlich humoristisch eingefärbt. Mit den vier Cellisten hatte er Musiker zur Seite, die seine Musizierweise verstanden, bei kleinsten dynamischen Veränderungen dem Meister versiert folgten und ihm einen klangfarbenreichen Teppich präsentierten, auf dem er den warmen Klang seiner Klarinette exquisit entfalten konnte.

Mit Elementen aus Swing und Jazz bereicherte er seine Sichtweise der Melodien der Beatles. Bei rasanteren Songs wie „A Hard Days Night“ oder „Back in The USSR“ wurde die Virtuosität in den Dienst der Musik gestellt.

Als Klang-Erweiterung des Abends wirkten zwei filigran gespielte Songs, die Hila Ofek (Feidmans Enkelin) an der Harfe und ihr Mann André Tsirlin am Sopransaxofon als Jerusalem-Duo vortrugen. „Ein bisschen Klezmer“ wollte Giora Feidman nach einem humoristischen Finale mit „Obladi-Oblada“ auch spielen. Mit stehend dargebrachten Ovationen bedankte sich das Publikum für diesen inspirierenden Abend, woraufhin das gesamte Ensemble zu einem von allen mitgesungenen „Hey Jude“ einlud.

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