Irritation um Gleisausbau
RRX auf der Trasse Münster – Lünen?

Münster -

Bei dem von der Region seit Jahren geforderten Bau eines zweiten Gleises zwischen Münster und Lünen hat der parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, erneut Wasser in den Wein gegossen.

Freitag, 01.09.2017, 19:04 Uhr aktualisiert: 01.09.2017, 19:11 Uhr
Sicher  scheint der zweigleisige Ausbau der Strecke Münster-Lünen (hier Höhe Kriegerwegbrücke) nicht mehr.
Sicher  scheint der zweigleisige Ausbau der Strecke Münster-Lünen (hier Höhe Kriegerwegbrücke) nicht mehr. Foto: Oliver Werner

Zumindest hat er in einem Brief an den münsterischen Bundestagsabgeordneten Hubertus Zedel (Die Linke) frühere, unserer Zeitung gegenüber gemachte, Äußerungen abgeschwächt.

Bei der Eröffnung des neuen münsterischen Hauptbahnhofs verkündete Ferlemann den Gleisausbau Münster – Lünen. Die Nachricht wurde als „Sensation“ aufgefasst, der zuvor im Raum stehende „Teilausbau“ wurde von Ferlemann nicht erwähnt.

Wirtschaftlichkeit des Ausbaus ist gegeben

Später erfolgte dann eine Klarstellung dergestalt, dass kein durchgängiger Bau eines zweiten Gleises auf der 42 Kilometer langen Trasse geplant sei, sondern nur ein Bau in Teilbereichen. Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte der Staatssekretär: Die Teilbereiche seien so dimensioniert, dass die Wirtschaftlichkeit des Ausbaus auf jeden Fall gegeben sei.

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Zur Erklärung: Nur bei gegebener Wirtschaftlichkeit wird das Projekt im „vordringlichen Bedarf“ eingestuft, womit eine Finanzierung durch den Bund gesichert ist.

„Ein klares Ja klingt anders.“

In seinem Brief an Zdebel schilderte Ferlemann erneut dieses Verfahren – sagte aber im Hinblick auf die zugesagte Höherstufung: „Davon ist auszugehen.“ Zdebels Anmerkung dazu: „Ein klares Ja klingt anders.“ Auf Anfrage unserer Zeitung hatte Ferlemann erklärt, das die künftig ausgebaute Trasse auch von den neuen RRX-Zügen zwischen Dortmund und Münster genutzt werde.

Im Brief an Hubertus Zdebel nimmt der Staatssekretär diese Äußerung zwar nicht zurück, verweist aber darauf, dass für den RRX als Teil des Schienenpersonennahverkehrs „das Land Nordrhein-Westfalen zuständig“ sei. Im Vordergrund beim Streckenausbau stehe eine Erhöhung der Zuggeschwindigkeit „bis zu 230 Stundenkilometer“.  

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