Westerholtsche Wiese wird umgestaltet
Die Aa soll zurück zur Natur

Münster -

Die Aa soll im Bereich Westerholtsche Wiese umgestaltet werden. Das Betonbett soll durch Natursteine ersetzt werden. Die Politik muss allerdings noch zustimmen.

Samstag, 02.09.2017, 08:00 Uhr aktualisiert: 02.09.2017, 10:16 Uhr
Die Westerholtsche Wiese soll zwischen Stadtbad Mitte und der Brücke am Stadtgraben umgestaltet werden. Danach wird die Aa einen deutlich naturnaheren Charakter haben als bisher.
Die Westerholtsche Wiese soll zwischen Stadtbad Mitte und der Brücke am Stadtgraben umgestaltet werden. Danach wird die Aa einen deutlich naturnaheren Charakter haben als bisher. Foto: Oliver Werner

Pläne für eine naturnahe Umgestaltung der Aa in der Innenstadt gibt es bereits seit Jahren – umgesetzt wurden sie bislang nicht. Nun soll zumindest ein Teilstück renaturiert werden: der Aa-Verlauf entlang der Westerholtschen Wiese zwischen Stadtbad Mitte und der Brücke am Stadtgraben.

Von der Maßnahme erhofft sich die Stadt nicht nur eine optische Aufwertung. Wenn die Aa nicht mehr durch eine Betonrinne fließt, sondern durch eine naturähnliche Umgebung, verringert sich die Geschwindigkeit des Wassers, das Risiko schneller Überflutungen in der Innenstadt – wie nach dem Jahrhundertregen vor drei Jahren – wird damit etwas geringer.

Aufarbeitung der Folgen des Jahrhundertregens

Die Maßnahme an der Westerholtschen Wiese ist allerdings nur „ein Tropfen auf den heißen Stein“, betont Gerhard Rüller, stellvertretender Leiter des Tiefbauamtes. Doch für eine komplette Renaturierung der Aa in der Innenstadt fehlten derzeit sowohl Personal als auch Geld. „Die Aufarbeitung der Folgen des Jahrhundertregens hat nach wie vor Vorrang“, sagt Rüller. Gleichwohl habe die Verwaltung keinesfalls die komplette Renaturierung aus den Augen verloren. Ob und wann sie kommt, stehe allerdings noch in den Sternen.

Zurück zur Westerholtschen Wiese: Die Betonrinne soll abgebrochen und entsorgt und dann durch eine Blocksteinmauer aus Naturstein ersetzt werden. Bereits 2015 hatte die Politik grünes Licht für diese Maßnahme gegeben – doch beim Nachrechnen ergaben sich deutlich höhere Kosten, berichtet Rüller.

Steigende Preise für Bodenentsorgung

So gebe es wegen des anhaltenden Baubooms kaum noch Deponierungsmöglichkeiten für die Entsorgung belasteten Bodens, der laut Verwaltung bei der geplanten Maßnahme anfallen wird. Folge: Bei Deponien, die noch Kapazitäten haben, seien die Preise für Bodenentsorgungen um bis zu 100 Prozent gestiegen.

Unterm Strich sind die Kosten für die Maßnahme von knapp einer halben Million Euro auf inzwischen 1,55 Millionen Euro angestiegen, so die Verwaltung in einer Vorlage, über die die Bezirksvertretung Mitte am 12. September diskutiert.

Sollte die Politik zustimmen, so Rüller weiter, dann könnte die voraussichtlich drei Monate dauernde Umgestaltung noch im Herbst beginnen.

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