68-jährige Münsteranerin leidet unter Folgen
Bettwanzen-Angriff im Hotel

Münster -

Eine ganze Horde blutsaugende Bettwanzen in einem Münchener Hotel haben eine Frau aus Roxel krank gemacht. Die Bisse werden medikamentös behandelt.

Samstag, 02.09.2017, 13:00 Uhr
Ingrid Dreyer hat ein Bild auf ihrem Handy gespeichert. Es zeigt den geschwollenen Arm nach den Bissen.  
Ingrid Dreyer hat ein Bild auf ihrem Handy gespeichert. Es zeigt den geschwollenen Arm nach den Bissen.   Foto: hpe

Das Wort „ekelhaft“ ist eigentlich noch viel zu harmlos für das, was Ingrid Dreyer Mitte August in einem Drei-Sterne-Hotel in München passiert ist. Eine ganze Horde blutsaugender Bettwanzen hat die 68-Jährige aus Roxel nicht nur um den Schlaf gebracht, sondern sie auch noch regelrecht krank gemacht. Noch immer leidet sie unter den Folgen.

Es sollte ein unbeschwerter Städtetrip mit drei Freundinnen in die bayerische Metropole werden. Alle zwei Jahre unternimmt sie mit ihrem Rommé-Kartenspielclub einen größeren Ausflug. Nach Budapest und Lissabon stand jetzt München auf dem Reiseplan. „Schon bei der Ankunft im Hotel am Stachus gab es Probleme mit dem Zimmer“, sagt die Rentnerin. Bei 30 Grad Außentemperatur versagte die Klimaanlage, es gab schließlich ein anderes Zimmer.

100 entzündete Stellen

Als dann irgendwann um Mitternacht das Licht aus war, spürte Ingrid Dreyer „ein Kribbeln am ganzen Körper“. Zunächst dachte sie, es sei ein allgemeines Zeichen für die Erschöpfung nach den langen Besichtigungstouren am Tag. Als sie dann schließlich doch die Nachttischlampe anknipste, entdeckte sie auf ihrem Nachthemd und der Decke nach eigener Schätzung mindestens 50 Wanzen, viele nur so groß wie ein Stecknadelkopf. Auch bei der Freundin im Doppelzimmer waren die Insekten schon angekommen.

„Wir sind gleich runter zum Nachtportier. Dem war das Problem offensichtlich nicht unbekannt, wir haben dann irgendwann ein neues Zimmer bekommen“, sagt Dreyer. Am nächsten Tag fiel die Beschwerde beim Hotelmanager deutlich aus, der wollte dann die Damen aus Münster mit einem Obstkorb und zwei Fläschchen Piccolo-Sekt entschädigen. Die Frauen lehnten dankend ab.

Wir sind gleich zum Nachtportier, dem war das Problem nicht unbekannt.

Ingrid Dreyer

Zurück in Münster war die tierische Begegnung um Mitternacht schon fast wieder vergessen, als bei Ingrid Dreyer nach einer Woche Hautflecken auffielen. Wenig später waren es schon fast 100 entzündete Stellen an beiden Armen und Beinen.

Hochburg für „Hotelwanzen“

Sie rief den ärztlichen Notdienst, fuhr noch in der Nacht in die Hautklinik und landete schließlich bei einem Dermatologen in der Fachklinik Hornheide. Die Wanzenbisse werden nun medikamentös behandelt und fangen an, abzuklingen. Auf ihrem Smartphone hat sie noch ein Bild vom geschwollenen Oberarm.

Bettwanzen

Bettwanzen sind Blutsauger, ihre Nahrung suchen sie unter anderem beim Menschen. Beißen sie zu, kann es zu starkem Juckreiz, bei empfindlichen Opfern auch zu großflächigen Hautentzündungen und Sehstörungen kommen. In Bettwanzen wurden bislang 28 verschiedene Krankheitserreger nachgewiesen. Unter anderem übertragen diese Parasiten das Q-Fieber, das bei einem schweren Verlauf zum Tod führen kann.

...

Koffer und Kleidung hat sie entsorgt, weil diese Parasiten 18 Monate lang ohne Nahrung in dunklen Ritzen oder Kleidungsfalten überleben können. Das Hotel will sie nicht verklagen. „Am Ende bleibt man ja doch nur auf seinen Rechtsanwaltskosten sitzen und erreicht nichts“, sagt sie.

Etwas sauer ist die Roxelerin allerdings auf das Gesundheitsamt in München. Dort soll man ihr gesagt haben, dass man behördlich nicht einschreiten könne. Berlin und München seien eben Hochburgen für diese „Hotelwanzen“. Nun hofft die ganze Familie, dass Ingrid Dreyer bald wieder ganz gesund wird.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5119388?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker