Wahlplakate
„Störend, hässlich und ablenkend“

Münster -

Die Resonanz auf unsere Berichterstattung zur „Plakatschlacht“ kurz vor der Bundestagswahl ist groß. Kaum einer, der sich auf einen Aufruf unserer Zeitung gemeldet hat, findet die mehr oder minder aussagekräftigen Werbebilder und Botschaften gut.

Freitag, 01.09.2017, 21:00 Uhr
 
  Foto: hpe

Peter Popp mag „Kleinplakate“ nicht. „Sie hängen an jeder Laterne. Sauber retuschierte Gesichter und banal bis zum Abwinken. Ein Ärgernis“, so Popp. Sein Wunsch an die Politik ist, parteiübergreifend auf Plakatwerbung zu verzichten. Ernst Laubach findet, dass manche Plakate keine politische Aussage haben.

Als Beispiel nennt er das Benning-Poster, auf dem die CDU-Bundestagskandidatin neben einem Hund kniet und einen schönen Urlaub wünscht. Auch die Botschaft des SPD-Kandidaten Robert von Olberg, es sei „Zeit für mehr Gerechtigkeit“, biete kaum mehr an Informationen als das ihrer Konkurrentin von der Union.

Für Jens Weiß sind Wahlkampfplakate am Straßenrand „störend, hässlich und ablenkend“. Als geeigneteren Ort für die Parteiwerbung empfiehlt er die LED-Leinwand an der PSD Bank am Albersloher Weg.

Wer am meisten Kohle hat, hat die größten Plakate. Also ignorieren.

Peter Henkenborg

„Nur austauschbare Phrasen“

Peter Henkenborg sieht auf den Plakaten „nur austauschbare Phrasen“. Sein Fazit: „Wer am meisten Kohle hat, hat die größten Plakate. Also ignorieren.“ Petra Borchers findet „sie alle schrecklich“. Die Stadt sei komplett verunstaltet. Judith Petzold findet nicht, dass Wahlplakate nerven, die Ehrenamtliche aufhängen, um den Menschen die Ideen der Parteien näherbringen zu können. Petzold: „Und mal ehrlich. Wer wüsste denn ohne die Plakate, dass am 24. September gewählt wird?“

Ulrike Podolszki glaubt, die Meinungsbildung über eine Partei entstehe durch ihr Programm und ihr Wirken in der Wahlperiode, nicht aber durch eine Werbekampagne. Heinrich Schulte-Brömmelkamp hat sich nach eigener Aussage noch nie für oder gegen einen Kandidaten entschieden, nur weil er ihn möglichst oft von einem Plakat aus angegrinst habe.

Wer wüsste denn ohne die Plakate, dass am 24. September gewählt wird?

Judith Petzold

Für Rudolf Schapmann sind Wahlplakate eine sinnlose Geldverschwendung und animieren dazu, eher nicht zur Wahl zu gehen. Bernd Rubarth kritisiert die Ablenkung durch Plakate im Straßenverkehr, Marc Michel meint, das Plakatieren verursache mehr Müll, als auf den Plakaten stehe.

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Bernhard Große wurde mit Blick auf die Plakate von seinen Enkelkindern gefragt: „Wann kommt denn der Zirkus?“ Häufig ist in Reaktionen von „leeren Versprechungen und alten Phrasen“ die Rede, manche fordern eine Beschränkung der Flut.

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