„Jupp Henneböhl Bibliothek“ an der Raphaelsklinik
Der „Grüne Polizist“ geehrt

Münster -

Die Raphaelsklinik hat einen ihrer ehemaligen Krankenpfleger geehrt. „Jupp“ Henneböhl lehnte sich in den 1930er-Jahren gegen das Nazi-Regime auf.

Sonntag, 03.09.2017, 12:00 Uhr
An der Feierstunde für Jupp Henneböhl (Bild rechts) nahmen Dr. Christoph Spieker (l.), daneben Clemensschwester Reginfrieda, Verwaltungsdirektor Andreas Mönnig (r.) und Pflegedirektor Manfred Fehrenkötter (2.v.r.) mit Schwestern und Pflegern der Raphaelsklinik teil. 
An der Feierstunde für Jupp Henneböhl (Bild rechts) nahmen Dr. Christoph Spieker (l.), daneben Clemensschwester Reginfrieda, Verwaltungsdirektor Andreas Mönnig (r.) und Pflegedirektor Manfred Fehrenkötter (2.v.r.) mit Schwestern und Pflegern der Raphaelsklinik teil.  Foto: Michael Bührke

Während des Zweiten Weltkriegs gab es viele Widerstandskämpfer, die sich gegen das nationalsozialistische Regime auflehnten. Einer von ihnen war Josef „Jupp“ Henneböhl, an dessen Wirken die Raphaelsklinik, an der Henneböhl von 1931 bis 1938 als Krankenpfleger tätig war, nun durch die Umbenennung eines Tagungsraums in „Jupp Henneböhl Bibliothek“ und die Anbringung einer Infotafel erinnern möchte.

Dies geschah im Rahmen einer kleinen Feierstunde, bei der auch Dr. Christoph Spieker, Leiter des Geschichtsorts „Villa ten Hompel“ zugegen war und über Henneböhls Leben und Wirken berichtete, heißt es in einer Pressemitteilung.

Sein Kampf gegen den Nationalsozialismus führte Henneböhl als sogenannter „Grüner Polizist“ in den Niederlanden, die das Recht der Besatzungsmacht durchsetzten und aktiv an den Verbrechen der Nazis beteiligt waren. Josef Henneböhl aber nutzte seinen Posten, um den Widerstand zu unterstützen.

Schöne Geste

So warnte er beispielsweise Gruppen vor Razzien, die durchgeführt werden sollten; oder er befreite Menschen, die kurz vor der Deportation standen, wobei er ständig sein Leben riskierte. Deshalb verlieh ihm die niederländische Regierung im Jahre 1984 aus Anerkennung den Widerstandsorden.

„Henneböhl arbeitete einfach gerne mit Menschen und scheute sich nie, ein offenes Wort zu sagen“, erzählte Spieker. Dass er sich gegen den Nationalsozialismus auflehnte, war auch dem damaligen Chefarzt der Chirurgischen Abteilung der Raphaelsklinik, Conrad Ramstedt, zu verdanken. Er warnte Josef Henneböhl in einem persönlichen Gespräch ausdrücklich vor „den Braunen und deren Ideologien“.

Die Umbenennung sei eine sehr schöne Geste, wie Spieker sagte, der auch betonte, dass das Haus von solchen Dingen lebe. Dies bekräftigte auch der Pressesprecher der Klinik, Michael Bührke: „Dass ein Tagungsraum nach einem Krankenpfleger benannt wird, kommt in Deutschland nicht so häufig vor.“

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