Salvatorianer Pater Hubertus wird 85
Und ewig lockt St. Gottfried

Münster -

Drei Mal führten Pater Hubertus Görgens seine seelsorglichen Wege in die Gemeinde St. Gottfried. Am Montag feiert der Ordenspriester einen Dankgottesdienst in der Kirche am Düesbergweg, in die er drei Mal eingeführt und verabschiedet wurde.

Sonntag, 03.09.2017, 08:00 Uhr
Pater Hubertus Görgens feiert am Montag seinen 85. Geburtstag und ist dafür seinen Eltern dankbar.
Pater Hubertus Görgens feiert am Montag seinen 85. Geburtstag und ist dafür seinen Eltern dankbar. Foto: mm

Der kleine Otto wollte einst Jäger oder Förster werden. Doch statt auf die Pirsch zu gehen, kommt im Leben bekanntlich alles anders, als man denkt. Eine Cousine seiner Frau Mama befand eines Tages, dass aus dem Jungen ein Priester werden könnte. Dies teile sie in einem Brief mit, den seine Mutter laut vorlas, was bei Ottos Geschwistern schallendes Gelächter auslöste. Warum? „Weil ich als Flegel der Familie galt“, schmunzelt Pater Hubertus Görgens.

Hubertus ist der Ordensname des Salvatorianers, der eng mit St. Gottfried am Düesbergweg verbunden ist und im Salvatorkolleg seinen Ruhestand auskostet. Getragen von Dankbarkeit und Gelassenheit. In der Gemeinschaft fühlt er sich wohl, „werde ich doch als Senior beim Spülen geschont“.

Am Montag (4. September) wird der Geistliche 85 Jahre alt und sagt: „Mein Weg war der Richtige. Mit Höhen und Tiefen, Ärger und Verdruss. Doch die schönen Erlebnisse überwiegen.“

Orden mit rund 1600 Mitgliedern weltweit

Sein Festtag beginnt um 11 Uhr mit einem Dankgottesdienst in St. Gottfried. Rückblickend ist er sehr zufrieden mit dem Weg, den Gott für ihn vorgesehen hat. Er schätzt die Menschen. Keiner sei schlechter oder besser. Das Anderssein zu akzeptieren, war ihm stets in der Seelsorge wichtig.

Sein Leben gleicht einer ständigen Wanderschaft. In Hagen geboren, besuchte er dort das altsprachliche Gymnasium, bevor er in Steinfeld in der Eifel als Untertertianer Internatsschüler wurde und die Salvatorianer kennenlernte. Eine Gemeinschaft, die Pater Jordan 1881 gründete und die sich für Verkündigung des Evangeliums, für Bildung, Begegnung, Seelsorge einsetzt und sich den Nöten der Zeit widmet.

Weltweit hat der Orden rund 1600 Mitglieder, die unter anderem in Tansania, auf den Philippinen und in Südamerika tätig sind. Einige Länder hat Pater Hubertus bereist und wird den Satz eines Afrikaners nie vergessen: „Ihr werdet gelebt, und wir leben.“

Umstrittener Altarumbau

In Bad Wurzach machte er sein Abitur. Von 29 Abiturienten hätten sich 15 für ein Theologiestudium entschieden. In Passau folgte sein Noviziat. Seine erste Profess legte er am 1. Mai 1956 ab. Der Jubilar studierte in Passau an der Philosophisch-Theologischen Hochschule und empfing am 12. März 1961 in der Kapelle auf dem Klosterberg zu Passau die Priesterweihe. Köln, Münster, Saarburg, Steinfeld waren unter anderem seine Stationen. Er wirkte als Pfarrverwalter, Superior, Provinzvikar, Provinzial, Prokurator, Dechant und Vorsitzender des Ordensrates der Diözese Münster.

Von wegen „alle Wege führen nach Rom“. Seine Wege führten nach Münster, in die Gemeinde St. Gottfried, die der damalige Bischof Dr. Michael Keller 1953 der Norddeutschen Provinz der Salvatorianer anvertraute. Drei Mal wurde Görgens dort eingeführt und verabschiedet. Von 1962 bis 1968 war er Kaplan und Stadtjugendseelsorger, von 1983 bis 1993 Pfarrverwalter, ebenso von 2000 bis 2003. Turbulente Zeiten kamen auf Pater Hubertus beim umstrittenen Altarumbau in Gottfried zu. Es gab einen Rechtsstreit, der Nerven kostete und bis vor den Bundesgerichtshof in Karlsruhe führte.

Auch ein Salvatorianer muss Opfer im Leben bringen. Was sein Schwerstes war? Pater Hubertus: „Als ich meinen Führerschein abgegeben habe.“

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