„Parking-Day“ in Münster
„Rollrasen statt Blechwüste“

Münster -

Ein Aktionsbündnis unter Federführung des ADFC will am 15. September Parkplätze in Münster in grüne Spielwiesen verwandeln. Am so genannten „Parking-Day“ soll „ein Zeichen gegen die Dominanz des Autos gesetzt werden“, so ein Sprecher der Organisatoren.

Dienstag, 05.09.2017, 08:00 Uhr aktualisiert: 05.09.2017, 09:26 Uhr
Einen „Parking-Day“ plant ein Aktionsbündnis am 15. September in Münster.
Einen „Parking-Day“ plant ein Aktionsbündnis am 15. September in Münster. Foto: hpe

Sie wollen „mit kreativen Aktionen für eine kurze Zeit den öffentlichen Raum Münsters von den Autos zurückerobern“, sagt Andreas K. Bittner, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), zum „Parking-Day“ am 15. September in der City. So soll die Hammer Straße zum „grünen Boulevard“ umfunktioniert werden, eine Art „Guerilla-Garding“ mit Feinstaubmessung ist auf den seitlichen Parkflächen in Höhe des Südviertel-Büros geplant.

Boccia und Entspannungspark am Hansaring

Der Verkehrsclub Deutsch­land (VCD) will die Marktallee in Hiltrup unter dem Motto „Rollrasen statt Blechwüste, Liegestuhl statt SUV“ umfunktionieren, und am Hansaring möchte die „Interessengemeinschaft Fahrradstadt Münster“ Boccia spielen sowie einen Entspannungspark errichten.

Das Unternehmen Stadtteilauto beteiligt sich mit einem Kicker-Projekt auf der Schillerstraße an der Aktion, die Initiative „Lasse, dein Lastenrad“ plant an mehreren Straßen im Stadtgebiet ein „Sit-In“ mit Musik.

„Stadt aus neuen Blickwinkeln kennenlernen“

„Wir glauben, dass ein wesentlicher Aspekt der Verkehrswende eine Neuverteilung des zunehmend knappen urbanen Raumes ist. Der Parking-Day lädt dazu ein, unsere Stadt aus neuen Blickwinkeln kennenzulernen“, so Bittner. Nach Meinung des Bündnisses werden auch in Münster „die schönsten Plätze zum Sitzen, Spielen, Flanieren oder Tagträumen“ durch Autos blockiert, die durchschnittlich 23 Stunden am Tag nicht bewegt würden.

Der „Parking-Day“ findet bundesweit beispielsweise in München, Freiburg, Leipzig und Stuttgart statt, erstmals ist nun auch Münster dabei. Bittner: „Auf den ersten Blick wirken diese Aktionen vielleicht skurril. Aber ist es nicht viel eigenartiger, dass wir immer mehr und größeren Stehfahrzeugen unseren öffentlichen Raum überlassen?“

Versammlungen bei der Polizei angemeldet

Zunächst wurde vom ADFC eine Sondernutzung von Flächen beim Ordnungsamt beantragt. Dort wurde allerdings auf die Polizei verwiesen, die solche Aktionen als Versammlung einstuft und genehmigt. Inzwischen liegen laut Polizeisprecher Roland Vorholt die ersten Anträge für Aktionen an der Hammer Straße und der Marktallee vor.

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