Bundestagskandidaten und ihr Lieblingsfoto
Jörg Berens: Mit einem Kind ändert sich alles

Münster -

Bundestagskandidaten und ihr Lieblingsfoto: Der FDP-Politiker Jörg Berens hat dieses Motiv gewählt.

Samstag, 09.09.2017, 07:00 Uhr
Jörg Berens mit seiner Tochter auf dem Rathausflur: Der FDP-Bundestagskandidat hat diesen Schnappschuss zu seinem Lieblingsfoto gekürt.
Jörg Berens mit seiner Tochter auf dem Rathausflur: Der FDP-Bundestagskandidat hat diesen Schnappschuss zu seinem Lieblingsfoto gekürt. Foto: Privat

Das Foto entstand an einem Montag nach einer Sitzung der FDP-Ratsfraktion im Obergeschoss des Stadtweinhauses. Jörg Berens machte sich gedankenversunken mit seiner zweijährigen Tochter auf den Heimweg, als der Parteifreund Maximilian Kemler sein Handy zückte und dieses Bild schoss.

„Das Foto charakterisiert meine aktuelle Situation sehr schön“, erzählt Berens. Er ist als FDP-Bundestagskandidat im Dauerwahlkampf und hat dieses Foto unserer Zeitung als sein Lieblingsfoto vorgelegt. Es zeigt eindrucksvoll, was es heißt, zugleich Politiker und Vater zu sein.

Wahlkampf machen und Papa sein

„Meine Überzeugungen haben sich nicht verändern, wohl aber meine Sichtweise“, gesteht Jörg Berens sehr offen, dass sich ein Leben ohne Kind grundlegend vom Leben mit Kind unterscheidet. Bei besagter Fraktionssitzung war es so, dass der eingeplante Babysitter kurzfristig ausfiel. Seine Frau war bei der Arbeit, so dass Berens nichts anderes übrig blieb, als seine Tochter mit zur FDP-Sitzung ins Rathaus zu nehmen. „Es ging, aber es war natürlich nicht störungsfrei“, macht Berens keinen Hehl daraus, dass die Kombination von politischer Beratung und Kinderbetreuung starke Nerven erfordert.

Verwandschaft und Freunde sind eingespannt

Da Berens´ Frau als Ärztin eng im Klinikbetrieb eingebunden ist, kann der FDP-Kandidat den Wahlkampf nur mit viel externer Hilfe stemmen: „Meine Schwiegereltern sind eingespannt, auch Patentante und Patenonkel und gute Freunde schauen nach der Kleinen.“ So viel Hilfe sei nicht selbstverständlich. „Ich weiß das zu schätzen.“

Beruflich arbeitet Jörg Berens als Social-Media-Beauftragter einer Versandapotheke. Der Umstand, dass man praktisch zu jeder Tages- und Nachtzeit und von jedem Ort ins Netz gehen kann, erleichtert es ihm, Wahlkampf und berufliche Verpflichtungen zu kombinieren.

Kaum Chancen auf Einzug in den Bundestag

Bei dem münsterischen Liberalen muss ohnehin eine ordentliche Portion Idealismus mit im Spiel sein. FDP-Bewerber haben erfahrungsgemäß keine Chance, das Direktmandat in Münster zu gewinnen. Und auf der FDP-Landesliste steht Berens zu weit hinten, als dass er sich Hoffnungen auf einen Einzug in den Bundestag machen kann.

Beim parteiinternen Wetteifern um die guten Plätze hatte Jörg Berens das Nachsehen. Er trägt es mit Fassung: „In der Partei des Wettbewerbs darf man den Wettbewerb nicht scheuen.“

Jörg Berens im Kurzporträt

► Partei: FDP

► Alter: 38 Jahre

► Familienstand/Kinder: verheiratet, eine Tochter

► Beruf: Social Media Manager

► Hobbys: Laufen (wenn es die Zeit zulässt), Us-amerikanische-TV-Serien

► Wohnhaft in Münster: Mit kleineren Unterbrechungen seit 2000 ►  Politisches Vorbild: Ein Vorbild habe ich keins, aber mir imponiert die Lebensleistung von Hans-Dietrich Genscher

► Lieblingsbuch: Dafür lese ich viel zu wenig

► Lieblingsgericht: Wiener Schnitzel mit Pommes

►  Lieblingsort in Münster: Die Promenade zwischen Neutor und Buddenturm 

...

Für den Erfolg der Partei

Um so glaubwürdiger kann er verkünden: „Mir geht es um die Sache der Freien Demokraten, nicht um sich selbst.“ Nach vier Jahren ohne Präsenz im Deutschen Bundestag hält er den Widereinzug seiner Partei für das Gebot der Stunde. Eine direkte Ansprache der Wähler bleibt dabei nicht aus: „Wer die FDP im Bundestag haben möchte, der muss sie auch wählen.“

Nicht erst seit der Geburt seiner Tochter weiß Berens, wie wichtig die politischen Themenfelder Kinderbetreuung und Bildung sind. Aber sein Blick wurde geschärft – auch in Richtung der Arbeitgeber.

Doch bei aller politischen Leidenschaft hat Jörg Berens seine Prioritäten längst festgelegt. „Kinder groß zu ziehen, ist die größte Lebensleistung eines Menschen.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5136018?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker