Seelsorge in Nizza
Mit Talar nach Nizza

Münster -

Der pensionierte Pfarrer Gerhard Jacobs und seine Frau Dorothée verabschieden sich für zehn Monate aus Münster. In Südfrankreich ist Jacobs ehrenamtlich für die evangelische Kirche im Einsatz.

Samstag, 09.09.2017, 15:00 Uhr
Nach Nizza geht es für den pensionierten Pfarrer Gerhard Jacobs, der fast 30 Jahre lang in der Kreuz-Christi-Gemeinde in Amelsbüren wirkte. Am Mittwoch startet er mit seiner Frau Dorothée in den Süden, wo er in der Auslandsseelsorge tätig ist.
Nach Nizza geht es für den pensionierten Pfarrer Gerhard Jacobs, der fast 30 Jahre lang in der Kreuz-Christi-Gemeinde in Amelsbüren wirkte. Am Mittwoch startet er mit seiner Frau Dorothée in den Süden, wo er in der Auslandsseelsorge tätig ist. Foto: mm

Nach Nizza auf eine Pizza? Weit gefehlt. Der pensionierte Pfarrer Gerhard Jacobs dürfte sicherlich eine verköstigen. Doch er ist in einer ganz besonderen Mission an der Côte d‘Azur, an seiner Seite Ehefrau Doro­thée. Für zehn Monate sagen die beiden Münster Adieu. Am Mittwoch nehmen sie mit ihrem Auto Kurs auf die Hafenstadt am Mittelmeer.

Mit im Gepäck die Bibel und der Talar. Kaum angekommen, waltet der evangelische Pfarrer seines Amtes und verbindet vor Gott, was zusammengehört. Eine Trauung steht für Freitag in seinem Terminkalender und ist der Auftakt für sein seelsorgliches Wirken. „Es ist eine neue Herausforderung, und wir gehen mit Freude dran“, sagt Gerhard Jacobs, der für Gottesdienste, Trauungen, Taufen und Beerdigungen von Deutschen in Nizza zuständig ist.

Die Auslandsseelsorge ist ihm bestens vertraut. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat ihn dafür ausgeguckt. Seit einigen Jahren ist Jacobs ehrenamtlich für Menschen im Einsatz. Als Vikar war er bereits ein Jahr lang in Athen. Kreta, Bogotá, Mallorca, Venedig, Costa Blanca und Lanzarote waren seine Wirkungsstätten. „Auf Mallorca habe ich 60 Paare in zehn Monaten getraut“, erzählt der Pensionär, dessen Vater ebenfalls viel auf Achse war. Der münsterische Theologieprofessor war für den reformierten Weltenbund unterwegs. „Das muss wohl abgefärbt haben“, schmunzelt Gerhard Jacobs, durch und durch ein Marc-Chagall-Liebhaber. Er freut sich auf das Museum rund um den Künstler in Nizza, und auf die Kultur. Genauso wie ­seine herzliche und aufgeschlossene Ehefrau. Es fällt ihr leicht, Kontakte zu knüpfen. „Ich möchte den Menschen dort ein Stück Heimat vermitteln, mit ihnen ins Gespräch kommen oder Lesungen am Meer veranstalten“, sagt Dorothée Jacobs.

Auch die Tradition zu wahren sei ihr wichtig. Dabei denkt sie an einen großen Adventskranz für die ­reformierte Kirche Saint-Esprit, wo sich Deutsche zu Gottesdiensten mit Pfarrer Jacobs versammeln werden. Neben Saint-Esprit im Stadtzentrum von Nizza pendelt er auch in seelsorglicher Mission zur schwedischen Kirche, die 14 Kilometer entfernt liegt. Auch will er zu einer Schule mit deutschem Zweig Kontakt aufnehmen.

Der schönste Einsatz für die Pfarrersfrau war Venedig, wo viele Freundschaften entstanden. Und auf Kreta fühlte sich das Paar so wohl, dass es drei Jahre der Heimat fernblieb. Klar, sie werden auch diesmal ihre Lieben, ihre zwei Kinder und zwei Enkel im Alltag vermissen. Ebenso die gute Nachbarschaft und ihre Wohnung mit traumhaftem Garten in Münster. „Was uns im Süden immer wieder fehlt, sind die Jahreszeiten“, sagt Jacobs, der fast 30 Jahre lang mit Leib und Seele Pfarrer der evangelischen Kreuz-Christi-Gemeinde in Amelsbüren war. Auch in der Krankenhausseelsorge im Herz-Jesu-Krankenhaus und im Alexianer sowie in Altenheimen in Hiltrup war er dem Nächsten zugetan.

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