Durchbruch im Millionenpoker
Stadt Münster kauft York-Kaserne: Hoffnung für den Wohnungsmarkt

Münster-Gremmendorf -

(Aktualisiert) Durchbruch in den zähen Verhandlungen über den Kauf der ehemaligen Kasernen in Münster: Die Stadt und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) haben sich nach jahrelangem Tauziehen über den Erwerb des ehemaligen Kasernengeländes in Gremmendorf geeinigt. Das bestätigt Oberbürgermeister Markus Lewe. Weitere Details sollen am Montag bei einer Pressekonferenz mitgeteilt werden.

Sonntag, 17.09.2017, 11:12 Uhr aktualisiert: 17.09.2017, 18:23 Uhr
Planungen York-Kaserne. Bürgeranhörung. Foto: Werner
Die Münsteraner interessieren sich seit Jahren für die Planungen, was aus der York-Kaserne werden soll. Foto: Oliver Werner

Über den Kaufpreis, über den in den vergangenen Jahren heftig geschachert wurde, wird geschwiegen. Nach Informationen unserer Zeitung liegt er unter 50 Millionen Euro.

Sonderpreis für Münster

Die heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Sybille Benning  verrät, dass Münster aufgrund der prekären Wohnungssituation einen Sonderpreis eingeräumt bekommen habe. „Wir konnten erreichen, dass die städtebaulichen, aber auch sozial- und wohnungspolitischen Belange der Kommunen anderes bewertet werden als die Interessen von privaten Investoren“, sagt Benning. Dies sei angesichts des bestehenden Bima-Gesetzes ein Riesenerfolg, an dem auch Kanzlerin Angela Merkel und Finanzstaatssekretär Jens Spahn maßgeblich mitgewirkt hätten. „Angela Merkel hat bei ihrem Besuch in Münster angekündigt, sich persönlich um diese Frage zu kümmern. Und sie hat Wort gehalten“, so Benning.

Der Kaufvertrag enthalte die Klausel, dass im Falle einer Änderung des Bima-Gesetzes Münster nicht das Nachsehen habe, sondern rückwirkend die besseren Konditionen eingeräumt bekomme, so die Bundestagsabgeordnete weiter. Münster sei eine der ersten Kommunen, die von der Neuregelung profitieren könne.

Wohnungen für mehrere Tausend Münsteraner sollen entstehen

OB Lewe blickt auf „harte Verhandlungen“ zurück. Man habe den Durchbruch geschafft, um neue Wohnungen für Münster zu ermöglichen. Er ist nach dem Abschluss für Gremmendorf zuversichtlich, „diesen Erfolg auch für die ehemalige Oxford-Kaserne in Gievenbeck zu erreichen“.

Benning verspricht, dass Gievenbeck in den kommenden Wochen folge. „In einem ersten Schritt haben sich Stadt und Bund auf den Erwerb der York-Kaserne in Gremmendorf geeinigt, bei der Oxford-Kaserne in Gievenbeck wird das jetzt gefundene Ergebnis zugrunde gelegt werden“, sagt sie

Seit dem Abzug der britischen Soldaten aus Münster vor fünf Jahren verhandelt die Stadt mit der Bima über den Kauf der beiden Kasernengelände in den Stadtteilen Gremmendorf und Gievenbeck. Dort sollen Wohnungen für mehrere Tausend Münsteraner entstehen, um so den Druck vom engen Wohnungsmarkt nehmen zu können. Baubeginn in beiden früheren Kasernen soll bereits im kommenden Jahr sein. Doch bislang lagen die Preisvorstellungen weit auseinander. Die Bima betonte stets, dass sie an die Haushaltsgesetze des Bundes gebunden sei und Immobilien zum Verkehrswert veräußert werden müssten.

CDU: Erfolg für die Zukunft Münsters und den Wohnungsbau

Für die CDU kommt der Durchbruch bei den zähen Kasernenverhandlungen eine Woche vor der Bundestagswahl zur rechten Zeit. So beurteilt der Chef der Ratsfraktion, Stefan Weber, den Abschluss als einen Erfolg für die Zukunft Münsters und den Wohnungsbau. „OB Lewe hat erfolgreich verhandelt und einen fairen und für die Stadt günstigen Vertragsabschluss erreicht. Das Genörgel von SPD und Linkspartei hat sich als haltlos erwiesen“, so Weber.

Vor allem die SPD hatte in der Vergangenheit kritisiert, dass die Stadt in den zähen Verhandlungen und mit dem Ankauf zu lange gezögert habe. Die Grundstückspreise in Münster seien im Laufe der Zeit explodiert. Das habe den Ankauf nun teuer gemacht.

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