Hohe Steuern – schlechte Abschreibung
Warum der Bau von Mietwohnungen so teuer ist

Münster -

Auch eine banale Einwohnerfrage kann schon mal eine lebhafte Ratsdebatte auslösen. Wenige Tage vor der Bundestagswahl war dies am Mittwochabend im Rat nicht verwunderlich, bezog sich die Frage von Florian Tenk doch auf die Wohnungspolitik.

Donnerstag, 21.09.2017, 10:00 Uhr
(Symbolbild) Am Mittwochabend ging es im Rat in Münster um die Wohnungpolitik.
(Symbolbild) Am Mittwochabend ging es im Rat in Münster um die Wohnungpolitik. Foto: dpa

Also wurde postwendend und eifrig über das Baulandprogramm, über die Finanzausstattung des Wohnungsunternehmens Wohn- und Stadtbau und auch über die nicht vorhandene Milieuschutzsatzung diskutiert, mitunter auch gestritten.

Dabei fielen zwei Redebeiträge aus der Reihe. So plädierte der ÖDP-Ratsherr Franz Pohlmann gegen die Ausweisung neuer Baugebiete. Die SPD-Überzeugung, wonach Bauland wichtiger sei als Agrarflächen, sei grundlegend falsch. Pohlmann plädierte dafür, den Wohnraum je Person zu verringern, frei nach dem Motto „Weniger ist mehr“.

Lieber in Eigentumswohnungen als in Mietwohnungen inverstiert

Ganz anders, aber nicht weniger interessant argumentierte der CDU-Ratsherr Peter Laurenz Börgel. Er klärte über all jene Faktoren auf, auf die eine städtische Wohnungspolitik keinen Einfluss habe, etwa auf den „hohen Kapitalzufluss“, den Münster derzeit erlebe und der die Preise anheize. Die „hohe Baukonjunktur“ tue ein Übriges.

Darüber hinaus führen laut Börgel „schlechte Abschreibungsmöglichkeiten“ dazu, dass Investoren lieber in Eigentumswohnungen als in Mietwohnungen investieren.

Viele Prüfungen und Gutachten nötig

Wer die hohen Immobilienkosten beklage, erklärte der Ratsherr weiter, dürfe auch nicht die „extrem hohen Planungskosten“ verschweigen. Selbst bei kleinen Gebäuden sei eine Prüfstatik erforderlich. Bei Gebäuden mit einer Tiefgarage müsse der Bauherr sogar ein Gutachten für die Lüftungsanlage vorlegen.

Na ja, und der Staat halte auch die Hand auf: Die Grunderwerbssteuer liegt in NRW bei 6,5 Prozent des Kaufpreises.

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