Ärger mit der LEG
Zwei Wochen Kälte

Münster -

Mehr als zwei Wochen blieben in den LEG-Häusern an der Honebachaue die Heizkörper kalt, auch warmes Wasser gab es nicht. Die Mieter dort fühlen sich von der Wohnungsgesellschaft hingehalten.

Freitag, 06.10.2017, 09:04 Uhr aktualisiert: 06.10.2017, 09:10 Uhr
An der Honebachaue funktionierten die Heizungen über zwei Wochen nicht. Jetzt ist es wieder warm.
An der Honebachaue funktionierten die Heizungen über zwei Wochen nicht. Jetzt ist es wieder warm. Foto: Matthias Ahlke

15 Grad Zimmertemperatur, 81 Prozent Luftfeuchtigkeit – das waren am Mittwoch die Werte, die Michael Matz, Mieter der LEG, in seiner Wohnung an der Honebachaue 68 gemessen hat. Kein Wunder: Seit über zwei Wochen funktioniert zu diesem Zeitpunkt die Heizung in diesem und den ebenfalls von der LEG verwalteten Nachbarhäusern nicht.

Auch warmes Wasser gab es nicht. Geduscht wurde mal im Hallenbad, mal wurde für kleinere Kinder im Haus der Wasserkocher zur Hilfe genommen, um ein Bad zu ermöglichen. Die zehnjährige Tochter von Linda Arivovic, ebenfalls Mieterin im Haus, versuchte vergeblich, in der kalten Wohnung, eine Bronchitis auszukurieren.

Mieter fühlen sich hingehalten

„Es wurde nichts repariert“, sagt Michael Matz. Die LEG verwies auf ihr eigenes Unternehmen TSP mit Sitz am Krögerweg, das mit der Reparatur beauftragt sei. Dort erfuhren die Mieter, ein für die Funktion unbedingt notwendiges Ersatzteil sei kurzfristig nicht zu beschaffen.

Die Mieter der vier 22 Jahre alten LEG-Häuser mit insgesamt rund 30 Wohnungen an der Honebachaue sind Kummer mit der Heizung gewohnt. Schon im Frühjahr, von April bis Anfang Juni, funktionierten für etwa acht Wochen Heizung und warmes Wasser nicht, erzählt Matz. „Wir fühlen uns von der Wohnungsgesellschaft hingehalten“, sagt er.

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Am vergangenen Montag, dem Brückentag, reichte es den Nachbarn. Sie wurden mit einer kleinen Abordnung direkt bei der mit der Reparatur beauftragten Firma vorstellig. Woraufhin am Feiertag Heizung und Warmwasser plötzlich funktionierten. „Aber nur für diesen einen Tag“, sagt Matz, „am Mittwoch war es wieder kalt.“

Nach einem Anruf unserer Zeitung bei der LEG-Zentrale in Düsseldorf. sprang die Heizung am Mittwochabend in den Häusern an der Honebachaue an – was bei den Mietern den Verdacht nährte, die Heizung sei doch nicht so irreparabel, wie von der Reparaturfirma behauptet.

Statement der LEG

Bei der LEG reagierte eine Sprecherin auf den Fall mit Betroffenheit – und schickte am Donnerstag ein offizielles Statement der Gesellschaft, die in Münster rund 6000 Wohnungen vermietet. „Wir bedauern den Heizungsausfall in der Honebachaue sehr“, heißt es dort. „Obwohl wir im Mai dieses Jahres eine neue Regelung in die Heizungsanlage eingebaut haben, kam es immer wieder zu Ausfällen.“

Am Donnerstag sei nun „zum wiederholten Mal ein Monteur vor Ort“ gewesen, der eine Überbrückungslösung gefunden habe. „Um die Anlage langfristig störungsfrei zu halten, sind neue Ersatzteile bestellt, die voraussichtlich nächste Woche eingebaut werden können“, heißt es in der Erklärung weiter, die mit einer Entschuldigung für die „entstandenen Unannehmlichkeiten“ an die Mieter endet.

Mahnung wegen Mietkürzung

Die hatten bereits beim langfristigen Heizungsausfall im Frühjahr die Grundmiete um 30 Prozent gekürzt, jetzt zum Oktober erneut, wie Michael Matz erklärt. Seit der Kürzung erhält er monatlich Mahnschreiben der LEG, sein Mieterkonto sei nicht ausgeglichen. „Jedes Mal kläre ich den Sachverhalt mit der LEG ab, aber im nächsten Monat kommt immer erneut eine Mahnung“, ärgert er sich – und gibt die Hoffnung auf ein gutes Mietverhältnis nicht auf.

Immerhin ist es im Haus nun wieder warm, und Michael Matz kann wieder duschen.

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