Umstrittene Karate-Halle
Klage von Münster 08 bringt Bauplan der Gesamtschule Ost ins Wanken

Münster -

Der Sportclub Münster 08 bringt mit einer Klage gegen die Stadt vor dem Verwaltungsgericht womöglich den engen Zeitplan für den Bau der Gesamtschule Ost ins Wanken. Im Stadthaus ist von einem „bösen Foulspiel“ die Rede.

Mittwoch, 11.10.2017, 10:00 Uhr aktualisiert: 11.10.2017, 16:44 Uhr
Die jetzige Halle des Karatevereins Shotokan steht auf dem Baugelände für die Schule und soll neben dem Ostbad neu entstehen – doch dagegen klagt der SC Münster 08.
Die jetzige Halle des Karatevereins Shotokan steht auf dem Baugelände für die Schule und soll neben dem Ostbad neu entstehen – doch dagegen klagt der SC Münster 08. Foto: Werner

Der Zeitplan für den Bau der sechszügigen Gesamtschule Ost auf dem früheren Gelände Ober­finanzdirektion im Ostviertel ist denkbar eng. Zum Schuljahr 2020/21 muss das über 50 Millionen Euro teure Mammutprojekt fertig sein. Doch nun durchkreuzt ein Gerichtsverfahren die ambitionierte Planung.

Sportverein pocht auf Ansprüche

Der benachbarte Sportverein SC Münster 08 hat in der vergangenen Woche per Eilantrag eine Klage gegen die Pläne beim Verwaltungs­gericht eingereicht. Konkret geht es nur um einen winzigen Teilbereich des Riesenprojekts – doch der ist verzwickt. Um die Schulplanung umzusetzen, muss bekanntlich die Halle des Karatevereins Shotokan auf dem Gelände weichen. Nun wurde nach langen Prüfungen eine Vereinbarung mit der Stadt ausgehandelt, nach der auf einem rund 800 Qua­dratmeter großen Grundstück neben dem Ostbad eine neue Halle für den rund 370 Mitglieder zählenden Verein gebaut werden soll.

Dieses Gelände darf bisher der SC Münster 08 nutzen – und der will seine Ansprüche nicht aufgeben. „Das Grundstück ist vor allem aus ökologischen Gründen baurechtlich ungeeignet für die Planung“, begründet Wolfgang Mehnert, Vorstandsmitglied des SC Münster 08 und selbst als Anwalt in Baurechtsfragen tätig. Ihm ist wichtig zu betonen, dass sein Verein „keine Probleme mit dem Schulbau und auch nicht mehr mit dem Karateclub“ habe. „Wir haben der Stadt viele Alternativ­vorschläge unterbreitet“, so Mehnert. Die seien aber nicht berücksichtigt worden. Das Gelände nutze sein Verein „für diverse Zwecke“, sagt er und nennt „Aufwärm­training“ oder „Zeltlager“.

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Verärgerung über "böses Foulspiel"

Wenn der Bau der Gesamtschule planmäßig voranschreiten soll, muss die alte Karate-Halle bis Ende 2018 abgerissen sein. „Wir wollen nicht ohne Sportstätte dastehen“, unterstreicht dessen Vorsitzender Oliver Lich. Sein Verein soll von der Stadt eine Entschädigung für den Abriss erhalten, muss, so Lich, aber einen wesent­lichen Teil der Neubaukosten selbst tragen.

Die Stadt gibt zu der Klage keine Erklärung ab, verweist darauf, dass es sich um „ein laufendes Verfahren“ handele. In Verwaltung und Politik soll aber, wie zu hören ist, erhebliche Verärgerung herrschen. Hinter den Kulissen ist von einem „bösen Foulspiel“ des Vereins SC Münster 08 die Rede. Schließlich soll der Rat schon am 18. Oktober den Planungsbeschluss für den Gesamtschulbau fassen.

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