Bremer Platz
„Bahnhofsszene nicht verdrängen“

Münster -

CDU und Grüne wollen die Drogen- und Obdachlosenszene hinter dem Bahnhof nicht in die umliegenden Quartiere verdrängen, wenn dort die Bauarbeiten an der Ostseite des Bahnhofs starten. Gefordert wird ein „Runder Tisch“, der den betroffenen Freiräume auf den angestammten Plätzen sichert.

Mittwoch, 11.10.2017, 08:00 Uhr aktualisiert: 11.10.2017, 09:52 Uhr
Keine Szene-Verdrängung will Richard Halberstadt.
Keine Szene-Verdrängung will Richard Halberstadt. Foto: hpe

Die Drogen- und Obdachlosenszene am Bahnhof soll auch nach dem Start der mehrjährigen Bauarbeiten an der Ostseite nicht aus der angestammten Grünfläche am Bremer Platz verdrängt werden, sondern dort „ausreichend Freiräume behalten“. Das fordern zumindest CDU und Grüne in einem gemeinsamen Ratsantrag „Sozialraum Bahnhofsquartier“.

Schlafplätze in Hinterhöfen und Garagen

„Es geht um einen Interessenausgleich zwischen Anwohnern und der Szene. Eine weitere Verlagerung in umliegende Quartiere muss vermieden werden“, so CDU-Ratsherr Richard Halberstadt. Nach seinen Beobachtungen suchen aktuell rund ein Dutzend Obdachlose aus Osteuropa regelmäßig Schlafplätze in Hinterhöfen und Garagen an Hamburger Straße, Bremer Straße und Soester Straße auf. „Leute ohne Perspektive, die vom Staat kaum Hilfe erwarten können. Fast alles junge Männer und Frauen, die zwischen abgestellten Fahrrädern, im Hamburger Tunnel, hinter Containern und Hecken schlafen“, so Halberstadt. Angebote von Sozialarbeiten, beispielsweise in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe zu übernachten, werden angeblich nicht akzeptiert.

Um der steigenden Zahl an Drogenabhängigen, die sich auf und an der Wiese an und vor den Pagoden in aller Öffentlichkeit spritzen, „eine Perspektive“ geben zu können, schlägt Halberstadt mehr Personal und größere Räume für den Indro-Drogenhilfeverein vor.

Erhaltung von Szene-Teilbereich

Wenn Anfang November die Bauarbeiten auf der Ostseite des Bahnhofs starten, die Pagoden verschwinden und Teile der Grünflächen zum Lager für Arbeitscontainer wird, soll nach Vorstellungen von Grünen und CDU ein größerer Grünbereich für die dort ansässige Szene erhalten bleiben. Halberstadt denkt an „Outdoor-Points“ und „teiloffene Treffpunkte“. Zur Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung soll das Ordnungsamt sechs Leute einstellen, die als „dauerhafte Bahnhofstreife“ patrouillieren.

Beide Parteien fordern zügig ein Handlungskonzept zu Sicherung der sozialen Arbeit im Bahnhofsumfeld. Ferner soll es einen „Runden Tisch“ mit sozialen Vereinen, Anwohnern, Geschäftsleuten und der Ordnungspartnerschaft „Drogen und Bahnhof“ geben.

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