Debatte
Ampel oder Kreisel an großen Kreuzungen?

Münster -

Sind Kreuzungen mit zweispurigen Straßen geeignet für einen Kreisverkehr? Darüber wird unter Experten diskutiert. Während die einen mit einem besseren Verkehrsfluss argumentieren, sehen andere eine Gefahr für Radfahrer.

Mittwoch, 11.10.2017, 20:00 Uhr
Verträgt diese riesige Kreuzung am Gewerbegebiet Loddenheide einen Kreisverkehr? Darüber gehen die Meinungen weit auseinander.
Verträgt diese riesige Kreuzung am Gewerbegebiet Loddenheide einen Kreisverkehr? Darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Foto: Matthias Ahlke

Autofahrer kennen das Problem. Die Kreuzung An den Loddenbüschen / Höltenweg / Loddenheide ist sehr groß, aber auch sehr zäh. Die Grünphasen für Linksabbieger zum Beispiel sind sehr kurz, was den Verkehrsfluss hemmt. Das dürfte in absehbarer Zeit eher noch schlechter denn besser werden, denn – aus Gründen der Verkehrssicherheit – bekommen auch die Rechtsabbieger eine Ampelschaltung. Sie können bislang „ampelfrei“ abbiegen.

Patrick Werner vom Verkehrsclub Deutschlands (VCD) ist der festen Überzeugung, dass man mit einem Kreisverkehr an dieser Stelle den Verkehrsfluss viel besser regeln könnte. Die Besonderheit der Kreuzung: Die Straße An den Loddenbüschen ist zweispurig. Für Patrick Werner ist das kein Problem: In vielen Städten sei es üblich, zweispurige Straßen vor dem Kreisel zu einer Spur zusammenzufassen. Der kontinuierliche Verkehrsfluss hebe die vermeintliche „Flaschenhals-Wirkung“ mehr als auf. Bei einer positiven Umsetzung hält Werner auch eine Ausdehnung für möglich.

Zweispurigkeit überflüssig?

Münsters oberster Verkehrsplaner Michael Milde sieht das komplett anders: Das Verkehrsaufkommen an besagter Kreuzung am Randes des Gewerbegebietes Loddenheide sei zu hoch, als dass man insbesondere Fahrräder gefahrlos durch einen Kreisverkehr schicken könne. „Wir sehen das sehr kritisch“, hält Milde an einer Ampellösung an dieser Stelle fest. Rechtlich, so der Verkehrsplaner weiter, seien Kreisverkehr auch bei zweispurigen Straßen erlaubt. Gleichwohl gelte für jeden Standort in Münster eine „Einzelfallprüfung“. Sobald ein erhöhtes Aufkommen an Radfahrern zu bewältigen sei, und das sei an dieser Stelle der Fall, komme ein Kreisel nicht in Frage.

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Patrick Werner hält dem entgegen, dass die „Kreuzung völlig überdimensioniert“ sei. Vor allem in den verkehrsarmen Zeiten seien die Vorzüge eines Kreisverkehrs „ganz deutlich“. Er verweist auf einen Kreisverkehr im Stadtgebiet von Greven, der trotz einer sehr hohen Verkehrsbelastung gut funktioniere.

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Perspektivisch hält der VCD sogar generell die Zweispurigkeit auf der Verkehrsachse An den Loddenbüschen / Trauttmansdorffstraße für überflüssig. Auf dem Tisch liegt der Vorschlag, einen Teil der Fahrbahn als Fahrradschnellroute zwischen Berg Fidel und Gremmendorf zu nutzen.

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