Pro & Contra
City-Filiale der Sparkasse schließt samstags

Münster -

Die Sparkasse dreht kräftig an der Gebührenschraube. Dass sie überdies auch ihre City-Filiale samstags schließen will, geht in der Diskussion fast verloren. Ist die Schließung nachvollziehbar?

Samstag, 14.10.2017, 16:00 Uhr
Pro & Contra: City-Filiale der Sparkasse schließt samstags

Pro:Zeichen der Zeit

Die Welt bricht nicht zusammen, sie verändert sich nur. Stetig. Es ist vielleicht nicht schön, aber folgerichtig, dass die Sparkasse ihr Serviceangebot samstags schließt. Auch so wird Geld gespart, das sonst abermals auf mögliche Bankgebühren aufgeschlagen werden würde. Und ganz ehrlich: Wer benötigt unbedingt am Samstag eine Beratung am Schalter? Wer im Berufsleben steht, der kennt sich in den allermeisten Fällen auch mit dem Internet aus und erledigt seine Bankgeschäfte online oder zur Not telefonisch.

Ältere Mitbürger haben dagegen unter der Woche genügend Zeit, das Angebot der Bank wahrzunehmen. Alle reden über Arbeitsbedingungen und Familienschutz, aber wenn mal ein Unternehmen seine Mitarbeiter entlastet und samstags freigibt, ist es auch wieder keinem genehm. Ich hatte noch nie das Bedürfnis an einem Samstag zur Bank zu gehen. Damit gehöre ich ganz ­offenbar zu einer großen Mehrheit. Und wenn, wie offenbar im vorliegenden Fall, Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis mehr stehen, dann gelten auch – oder besser: gerade – hier die Gesetze der Marktwirtschaft. 

Björn Meyer

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Contra: Falsches Zeichen

Was hat die Sparkasse, was andere Banken nicht haben? Ein dichtes Filialnetz, immer noch. Wer zur Sparkasse geht, fährt nicht den Rechner hoch, sondern macht sich auf den Weg. Und der ist im Idealfall kurz; online geht auch bei allen anderen. Die Entscheidung, dieses Filialnetz auszudünnen, mag rechnerisch sinnvoll sein – der Imageverlust ist groß, nicht nur bei älteren Kunden, für die mit dem Verlust ihrer vertrauten Filiale und ihres persönlichen Beraters eine Welt zusammenbricht.

Zu den üblichen Geschäftszeiten – und das heißt heute eben auch samstags – die Türen zu öffnen, ist ein wichtiges Signal an die Kundschaft: Wir sind da, ihr könnt mit uns rechnen, herzlich willkommen! Und wenn es wie bisher nur das Angebot der größten und repräsentativsten Innenstadtfiliale ist. Schließlich gibt es nicht wenige Menschen, die nur am Samstag die Zeit finden, in aller Ruhe offline ihre Bankgeschäfte zu tätigen. Wer dieses Angebot zurücknimmt, macht damit deutlich, dass es auf ein solches Zeichen offenbar nicht mehr ankommt. Nicht einmal mitten in Münsters City.

Lukas Speckmann

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