Di., 17.10.2017

Hightech-Werkstatt eröffnet Fruchtbarer Boden für Ideen

Konrad Schneidenbach hat mit seinem Konzept maßgeblich zur Entstehung des Fablab Münster beigetragen. Hier kann jedermann moderne Technologie nutzen.

Konrad Schneidenbach hat mit seinem Konzept maßgeblich zur Entstehung des Fablab Münster beigetragen. Hier kann jedermann moderne Technologie nutzen. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Wer eine gute Idee hat, aber nicht weiß, wie er sie umsetzen soll, der ist am Hafenweg genau richtig. Dort lässt sich seit Dienstag nahezu alles mit neuester Technik ausprobieren und fabrizieren.

Von Björn Meyer

Es ist nur eine kurze Handbewegung, schon steht Konrad Schneidenbach nicht mehr mitten im Grand Canyon, sondern fliegt in einem Wimpernschlag über den Pazifik und Asien hinweg nach Europa, um am Kanal in Münster eine Lagerhalle zu inspizieren. Die virtuelle Realität (VR) und Google Maps machen es möglich, während Schneidenbach, Manager des Digital Hub Münsterland, gerade in dem Bürogebäude am Hafenweg 16 steht. Dort wurde am Dienstag offiziell das sogenannte Fab­lab eingeweiht. Die Hightech-Werkstatt soll Unternehmen, aber auch ganz explizit Privatleuten die Möglichkeit bieten, Ideen mit neuester Technik umsetzen zu können, die sonst nur in abgeriegelten Forschungslaboren zu finden ist.

Was des Tüftlers Herz begehrt

3D-Drucker, Lasercutter, jegliche Elektronikbauteile – was des Tüftlers Herz begehrt, findet sich in der Einrichtung am Kreativkai, von der es in Deutschland nur ein Handvoll vergleichbarer gibt.

„Geschäftsmodelle werden sich verändern. Die Technik ist nicht aufzuhalten“, sagt Schneidenbach und ergänzt: „Wir bieten die Chance, neue Geschäftsfelder zu entwickeln. Wenn man das nicht macht, machen es andere.“

Wer kommt, wird mit seinen Ideen nicht alleine gelassen – egal ob international tätiges Unternehmen, Start-up oder Privatperson, alle erhalten die technische Unterstützung des Teams. „Wir wollen, dass möglichst viele zu uns kommen“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende Matthias Günnewig. Nur so könnten einzelne Ideen zu Lösungen und diese bestenfalls zu Geschäftsmodellen für die Zukunft werden. Prozess- statt Gewinnmaximierung ist die Devise.

Ein Ort zum Ausprobieren

„Hier wurde ein Ort geschaffen, an dem man alles ausprobieren und direkt auch produzieren kann“, sagt Günnewig, der auch Geschäftsleiter der Technologieförderung Münster ist. Zurück gehen die Labore, die es bei einigen europäischen Nachbarn schon weit häufiger als in Deutschland gibt, auf das renommierte Massachusetts Institute of Technology (MIT). Als man die dort zur Verfügung stehende Technik Anfang des Jahrtausends in verschiedene Regionen brachte, seien schnell gewisse innovative Entwicklungen feststellbar gewesen, sagen die Münsteraner Fablab-Verantwortlichen, deren Einrichtung mit den mittlerweile über 1000 weiteren Laboren weltweit vernetzt ist.

Der Verein "Digital Hub"

Das Digital Hub, zu dem das Fab­lab gehört, ist ein gemeinnütziger Verein, der sich zu 50 Prozent über die Förderung des Landes finanziert. Die restlichen Gelder werden durch Mitgliedsbeiträge erwirtschaftet. Über 130 Mitglieder sind es bislang, „aber es werden wöchentlich mehr“, sagt Vorstandsmitglied Thomas Malessa. Der Beitrag berechnet sich nach der Wirtschaftskraft des Mitglieds. Nutzen können die Einrichtung aber auch Nichtmitglieder.

Mehr zum Thema

Repair-Café: Immer mehr Zustimmung

Ausgezeichnete Ideen stellen sich vor: Einsatz für Nachhaltigkeit

Digital Hub münsterLAND: „Kleine, aber feine Startups“



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5229616?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F